Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den zurückgetretenen Nachwuchstrainer von Union Berlin, Jens Härtel, für zwölf Wochen mit einem Arbeitsverbot belegt. Vier Wochen der Sperre sind für die Dauer eines Jahres zur Bewährung ausgesetzt, Härtel darf also vorerst acht Wochen keinem Trainerjob nachgehen.
Der 57-Jährige wurde wegen dreier Fälle diskriminierenden unsportlichen Verhaltens verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig. Härtel muss zudem bis April 2027 ein Konflikt- und Deeskalationstraining der zentralen Anlaufstelle für Gewalt-, Diskriminierungs- und Extremismusfälle oder bei einer vergleichbaren Institution absolvieren.
In einem Schreiben an den 1. FC Union Berlin hatte ein anonymer Absender Härtel diskriminierende Äußerungen im Training der U19 der Eisernen vorgeworfen. Der Klub leitete einen internen Prozess ein, um die Vorwürfe aufzuklären. Nach einem Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses trat der frühere Zweitligatrainer am Sonntag zurück.
Verhältnis zur Mannschaft trotzdem "intakt"
Härtel werde "den Trainerberuf bis auf Weiteres nicht ausüben und die Zeit zur persönlichen Aufarbeitung zu nutzen", teilte der Verein mit. Das Verhaltens des Trainers "in den letzten Wochen war von ehrlichem Bemühen um Aufarbeitung geprägt, das Verhältnis zur Mannschaft wirkt bis heute völlig intakt", sagte Lutz Munack, Unions Geschäftsführer des Nachwuchsfußballs.
Härtel ließ ausrichten: "Ich habe Fehler gemacht und bin meiner Vorbildfunktion im Nachwuchsbereich nicht gerecht geworden, dafür habe ich meine Mannschaft sowie das Trainer- und Betreuerteam um Entschuldigung gebeten und möchte das hiermit auch beim gesamten Verein tun. Es war nie meine Absicht, jemanden verbal zu verletzen oder gar zu diskriminieren." Es sei ihm wichtig, sein "Verhalten zu reflektieren", so Härtel. Dafür werde er sich "Zeit zu nehmen und fachliche Unterstützung zu suchen".
Härtel arbeitete in seiner Trainerkarriere bereits in der 2. Bundesliga für den 1. FC Magdeburg, Hansa Rostock und Eintracht Braunschweig sowie in der 3. Liga für den FC Erzgebirge Aue.

