Udinese Calcio hat die Konsequenzen aus der wochenlangen Talfahrt gezogen und sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Kosta Runjaic getrennt. Der italienische Erstligist bestätigte das bereits von der „Gazzetta dello Sport“ und weiteren Medien erwartete Aus am Montagabend. Runjaic hatte die Bianconeri im Sommer 2024 übernommen und in seinen ersten beiden Jahren stabilisiert. Nach Platz zwölf in der Saison 2024/25 führte der 55-Jährige Udinese zuletzt mit 50 Punkten auf Rang zehn – das beste Abschneiden des Klubs seit der Spielzeit 2012/13. Im Juli 2025 wurde sein Vertrag deshalb vorzeitig bis 2027 verlängert. In der laufenden Saison blieb der Erfolg jedoch aus: Auf den 3:2-Sieg bei der AC Monza am zweiten Spieltag folgte aus acht Partien nur noch ein Punkt. Mit fünf Zählern aus zehn Spielen rutschte Udinese auf den vorletzten Tabellenplatz der Serie A ab.
Die 2:5-Heimniederlage gegen die AS Rom am Samstag, bei der Udinese bereits zur Pause mit 0:4 zurücklag, besiegelte Runjaics Ende. Der Verein würdigte trotz der Krise ausdrücklich die während der mehr als zweijährigen Zusammenarbeit erreichten Ziele und verabschiedete neben dem gebürtigen Wiener auch dessen Mitarbeiter Przemysław Małecki und Alexander Trukan. Eine Nachfolgeregelung präsentierte Udinese zunächst nicht. Italienische Medien bringen Paolo Zanetti und Vladimir Petkovic als Kandidaten ins Gespräch. Viel Zeit für die Entscheidung bleibt den Verantwortlichen nicht: Bereits am Freitagabend wartet beim noch schlechter platzierten FC Venedig das nächste Kellerduell. Ob dort schon ein neuer Cheftrainer auf der Bank sitzen wird, ist offen. Runjaic verlässt Friaul trotz des schwachen Saisonstarts mit einer insgesamt positiven Bilanz. Vor allem die Platzierungen seiner ersten beiden Spielzeiten und die Stabilisierung des zuvor regelmäßig gegen den Abstieg kämpfenden Klubs bleiben mit seiner Amtszeit verbunden.

