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Tampa Bay "parties like it's 1974" - Mächtige Chiefs entzaubert

imageVon Marcus Blumberg
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Die Buccaneers haben in Woche 8 keinen Pass angebracht. (Foto: IMAGN IMAGES via Reuters Connect)
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02.11.2026 | 16:10 Uhr
Die Tampa Bay Buccaneers melden sich in der NFC South zurück und trotzen Sauwetter mit Oldschool-Football. Die Kansas City Chiefs wiederum verlieren auch ihr zweites Spiel in Folge gegen einen guten Gegner.

Woche 8 hatte es in sich in der NFL. In Tampa Bay war strömender Dauerregen ein großer Faktor beim Heimsieg der Buccaneers über die Atlanta Falcons, während sich die Kansas City Chiefs nach der Demütigung der Vorwoche in Seattle zwar verbessert präsentierten, am Ende durch die Niederlage in Denver aber mit leeren Händen da stehen.

Historischer und kurioser Sieg für Buccaneers

Die Buccaneers haben die Atlanta Falcons mit 16:0 klar besiegt. Doch kann dieses Ergebnis nicht annähernd ausdrücken, was in diesem Spiel steckte. Es regnete in Strömen und beide Quarterbacks hatten große Mühe, den Ball vernünftig zu fassen, geschweige denn ihn präzise zu werfen. Jedoch sah das nur eines der beiden Teams frühzeitig ein.

Während die Bucs und Baker Mayfield das Problem frühzeitig erkannten und behoben - sie ließen Mayfield einfach nicht mehr werfen - machte Michael Penix Jr. auf der anderen Seite das ganze Spiel über munter weiter. Das Ergebnis? Mayfield versuchte im Spiel nur drei Pässe, keiner davon kam an. Im Gegenzug dazu liefen die Bucs 56 Mal (!) und das mit großem Erfolg: 324 Rushing Yards kamen dabei heraus, 170 davon gingen aufs Konto von Bucky Irving (TD), 140 erlief Kenny Gainwell.

Und Penix? Der brachte immerhin acht seiner 24 Passversuche für 125 Yards an. Genau genommen fand er sogar noch viermal mehr einen Abnehmer. Dummerweise trug dieser dann aber das Trikot des Gegners. Bucs-Linebacker Alex Anzalone fing zwei Interceptions, Zyon McCollum und Jacob Parrish jeweils eine weitere. Zeitweilig hatte Penix, der teils katastrophale Fehlwürfe zeigte, sogar mehr Interceptions (3) als Completions (2). Spätestens nach dieser Vorstellung dürfte die Zukunft von Penix wieder ein Thema werden in Atlanta. In der kommenden Offseason muss die Entscheidung über seine Option auf ein fünftes Vertragsjahr (2028) fallen. Die Tendenz sieht eher negativ aus.

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Bucs gewinnen Wasserschlacht gegen Falcons auf kuriose Weise

Aus Bucs-Sicht war dieser Sieg doppelt bemerkenswert. Zum einen stehen sie nach 0-4-Start nun bei 3-5 und sind damit wieder mittendrin im üblichen Schneckenrennen um die NFC South, ein halbes Spiel hinter den Carolina Panthers (3-4) und gleichauf mit den Falcons. Und: Mit diesem Erfolg sind sie das erste Team seit Buffalo im Jahr 1974, das ein Spiel gewann ohne einen einzigen Pass anzubringen. Damals besiegten die Bills die Jets mit 16:12.

Chiefs zurück auf dem Boden

Nicht wenige Experten hatten die Chiefs nach ihrem starken 5-0-Start in die Saison schon wieder zum klaren Favoriten der AFC ernannt. Der Super Bowl schien gefühlt nur noch Formsache. Dann kam dieses Sunday Night Game von Woche 7 bei den Seattle Seahawks, das für Kansas Citys Offense einer Bankrotterklärung glich. Gegen die Dark Side Defense des amtierenden Champions sahen Patrick Mahomes und Co. überhaupt kein Land und gingen sang- und klanglos 3:20 unter - mit einigen Tiefstwerten der Mahomes-Ära (seit 2018).

Am Sonntag wollten es die Mannen von Head Coach Andy Reid besser machen. Ein Gegner, den man bereits in Woche 1 zerlegt hatte, schien da genau richtig zu kommen. Damals gewann KC im heimischen Arrowhead Stadium 31:10 gegen die Denver Broncos, die sich seither allerdings erholt haben. Das Spiel in der Mile High City nun endete nach einem steten Auf und Ab mit einem Stopp in der Red Zone der Broncos, die eine 28:24-Führung nach Hause retteten. Die Chiefs kamen bis zur 1-Yard-Linie, aber keinen Schritt weiter.

Deutlich wurde, dass beide Teams eigentlich ziemlich nah beieinander sind, im Grunde auf Augenhöhe agieren und ähnliche Ansätze verfolgen. Gerade offensiv setzen beide in diesem Jahr auf Run Game und kurze Pässe. Bo Nix (3,45 Yards durchschnittliche Passtiefe) hat dieses Mal sogar Mahomes (5,03) bei den kurzen Pässen unterboten. Und beide waren auf dem Boden nicht sonderlich effektiv.

Der größte Unterschied zum "Hinspiel"? Eindeutig Denvers Defense, die ihre massiven Tackle-Probleme abgestellt hat. Damals verpassten die Broncos noch 27,17 Prozent ihrer Tackle-Versuche, was besonders Running Back Kenneth Walker brutal ausnutzte. Dieses Mal jedoch hielten sie ihn bei 69 Yards (3,3 im Schnitt), eben weil sie nur noch 16,9 Prozent der Tackles verpassten. Probleme hatten die Broncos zwar weiterhin, aber Walker hatten sie im Griff.

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Chiefs-Rookie Johnson sprintet zu 73-Yard-Touchdown

Chiefs-Rookie lässt aufhorchen

Positiv war bei den Gästen, was Backup-Rookie-Running-Back Emmett Johnson gezeigt hat. Er brachte es am Ende auf 128 Receiving Yards - den Großteil nach dem Catch - und gab damit Mahomes eine zusätzliche Anspielstation für die kurzen Pässe. Denver hatte mit ihm mehr Probleme als mit jedem anderen. Und auch bei Kick-Returns war er eine Waffe. Dass es am Ende nicht zu einem Sieg in Denver reichte, ist darauf zurückzuführen, dass die Dinge für KC eben nicht mehr so leicht von der Hand gehen wie früher.

Zwar gelangten sie nach dem späten Touchdown von Jonah Coleman schnell nochmals in die Red Zone, aber dort angekommen war das Play-Calling von Andy Reid erstaunlich einfallslos. Sie versuchten es sogar mal wieder mit "Corn Dog", dem Play, mit dem sie zwei Super Bowls vor nicht allzu langer Zeit gewonnen hatten. Die Broncos erkannten dies und coverten souverän. Ansonsten machten sie in der entscheidenden Phase die Mitte mit allem zu, was sie hatten.

Unterm Strich haben die Broncos die Chiefs nach deren 5-0-Start sogar überholt. Sie stehen nun mit 6-2 an der Spitze der AFC West, die ein Zweikampf ist - die Chargers stehen nun 0-7 und die Raiders (4-4) muss man wohl nicht wirklich auf dem Zettel haben. Klar ist auch, dass nicht jede Defense so verteidigen kann wie die Seahawks oder Broncos. Doch sind die vergangenen zwei Wochen sind ein guter Hinweis, dass man Kansas City vermutlich doch nicht voreilig in den Super Bowl schreiben muss. Allerdings folgen in den kommenden drei Wochen wieder Gegner mit negativen Bilanzen (Jets, Falcons, Cardinals), sodass man wieder die Chance bekommt, sich in ein besseres Licht zu rücken.

Verwendete Quelle: ntv.de