Nominierung muss wartenCDU verschiebt Reuls Landtagswahl-Aufstellung wegen Hüftbruch

In rund sechs Monaten wählt Nordrhein-Westfalen einen neuen Landtag. Für seinen Wahlkreis ist Landesinnenminister Reul der bislang einzige Bewerber für ein Direktmandat. Nach dessen Sturz muss seine Partei nun umplanen.
Der Hüftbruch von NRW-Innenminister Herbert Reul wirbelt auch die Pläne seiner Partei für die Landtagswahl durcheinander. Eigentlich hätte der CDU-Politiker am Donnerstag als Direktkandidat im Rheinisch-Bergischen Kreis aufgestellt werden sollen. Doch nun wird die Wahlkreismitgliederversammlung verschoben, wie die Kreis-CDU mitteilte.
Das sei nach Rücksprache mit Reul einstimmig im geschäftsführenden Kreisvorstand beschlossen worden, hieß es von der Partei: "Da die Frist zur Einreichung der Wahlvorschläge erst im Januar 2027 endet, ist die Verschiebung problemlos möglich." Ziel sei es nun, die Aufstellungsversammlung noch vor Weihnachten durchzuführen.
Reul ist bislang der einzige Bewerber für das Direktmandat der CDU im Wahlkreis 22 (Rheinisch-Bergischer Kreis II). Bei der letzten Landtagswahl 2022 hatte er dort mit 51,1 Prozent der Erststimmen haushoch gewonnen.
Der CDU-Politiker ist auch über Nordrhein-Westfalens Grenzen hinweg populär. Am Freitag war er bei einem Termin im Polizeipräsidium Wuppertal gestürzt und hatte sich die Hüfte gebrochen. Er wurde laut seines Ministeriums noch am selben Abend operiert. "Jetzt heißt es: Trainieren und vor allem geduldig sein, wobei mir das besonders schwerfallen wird", wurde Reul nach der OP zitiert.
Reul hatte erst kürzlich gesundheitliche Probleme öffentlich gemacht. Nach einer Operation in diesem Sommer leide er unter Ausspracheproblemen, teilte er mit. Er habe in den Sommerferien einen medizinischen Eingriff vornehmen lassen, um das Zittern einer Hand zu beseitigen. Seitdem habe er sprachliche Probleme. Es sei noch unklar, warum sie entstanden seien.