Nach dem Rücktritt von BasNouripour hadert mit politischem Umgangston

Omid Nouripour geht nach dem Rücktritt von SPD-Chefin Bas in der ntv-Sendung "Blome & Pfeffer" hart mit der politischen Debattenkultur ins Gericht. Auch Verena Pausder warnt: Die zunehmende Unmenschlichkeit schrecke Menschen von der Politik ab.
Nach dem Rücktritt von Arbeitsministerin und SPD-Chefin Bärbel Bas plädiert Bundestagsvize Omid Nouripour für einen gemäßigten Ton. Erst einmal brauche es einen respektvollen Umgang mit der scheidenden Arbeitsministerin, sagte er in der ntv-Sendung "Blome & Pfeffer". Zugleich kritisierte der Grünen-Politiker: "Statt einfach mal innezuhalten, wird gleich taktiert, nachgetreten oder sogar mit Spott reagiert."
Nouripour sagte, er und Bas hätten zwar viele Meinungsverschiedenheiten gehabt. Angesichts der persönlichen Schicksalsschläge der Ministerin müsse man aber zunächst innehalten. "Es ist heute der Tag ihres Rücktritts", sagte er. Über ihre politische Bilanz könne man später sprechen. Es sei "nicht anständig", trotz der bekannten familiären Tragödie zu unterstellen, Bas habe sich zurückgezogen, weil sie ihre Arbeit nicht machen wolle.
Die Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbands Deutschland, Verena Pausder, warnte vor den Folgen des rauen Umgangstons für die politische Arbeit. "Die Unmenschlichkeit ist der Punkt", sagte sie. Gerade Menschen mit Kindern könnten sich fragen, ob sie sich eine solche Öffentlichkeit antun wollten. Nouripour verwies darauf, dass sich Empörung auch wirtschaftlich auszahle. "Weil es ohne Ende Leute gibt, die sehen, man kann Geld damit verdienen, dass man Leute aufregt", sagte der Grünen-Politiker. Statt sich in dieser Aufregung zu verlieren, müsse man wieder stärker über Sachfragen sprechen.
Zugleich warnte Nouripour davor, die politische Arbeit wegen der anstehenden Neuaufstellung der SPD liegenzulassen. "Es ist ja kein Naturgesetz, dass bis jetzt nichts passiert. Die können auch jetzt einfach mal vorankommen", sagte er mit Blick auf die Koalition. Auch schwierige parteiinterne Debatten dürften kein Grund sein, notwendige Reformen aufzuschieben. "Man muss auch mal vorangehen", sagte Nouripour. Gerade nach Jahrzehnten, in denen Notwendiges versäumt worden sei, müsse man auch schwierige Parteitage aushalten.

