Berlin & BrandenburgBrandenburgs Grüne suchen Landeschefin - Debatte zu Hauptamt

Grünen-Landesvorsitzende Juliana Meyer will ihr Amt aufgeben. Für die Nachfolge gibt es fünf Interessentinnen, darunter eine Ex-Landeschefin. Sie ist im Bundestag - bisher geht Amt und Mandat nicht.
Schönefeld (dpa/bb) - Die Brandenburger Grünen sind auf der Suche nach einer Landeschefin als Nachfolge für Juliana Meyer und haben bisher fünf Interessentinnen. "Wahrscheinlich wird sich das Feld der Kandidatinnen in den nächsten zwei, drei Wochen sortieren", sagte der Landesvorsitzende Clemens Rostock der Deutschen Presse-Agentur nach einer Sitzung des Parteirats. Er kündigte auch eine Debatte über die Trennung von Amt und Mandat an. Die Wahl und die Debatte sind für den Landesparteitag im November geplant.
Interesse als Kandidatinnen für den Landesvorsitz haben laut Rostock die frauenpolitische Sprecherin des Landesverbands, Cindy Hahn, die frühere Büroleiterin von Ex-Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher, Lirije von Petersdorff, die vielfaltspolitische Sprecherin des Landesverbands, Surani Loibl, und Ex-Landesvorstandsmitglied Viviane Triems sowie die Bundestagsabgeordnete und frühere Landeschefin Andrea Lübcke.
Bisher gilt Trennung von Parteiamt und Mandat
Das Interesse von Lübcke stoße jedoch auf Widerstand, "weil sie das Amt der Landesvorsitzenden nur ehrenamtlich neben dem Bundestagsmandat ausfüllen könnte", sagte Rostock. "Auf dem Parteitag wird dann sowohl über die Nachfolge als auch über die Frage Hauptamt-Ehrenamt entschieden."
Bisher kann ein Parteiamt etwa im Vorstand nicht zugleich mit einem parlamentarischen Mandat wie im Bundes- oder Landtag oder einem Regierungsamt ausgeübt werden.
Meyer will nicht mehr kandidieren
Die Landesvorsitzende Juliana Meyer will ihr Amt nach nur einem Jahr aufgeben, weil die Anforderungen an das Amt, die beruflichen Verpflichtungen und die Verantwortung als Mutter nicht mehr miteinander vereinbar seien. Auf der Landesdelegiertenkonferenz (LDK) in Schönefeld am 14. November will sie nicht mehr kandidieren. Die Kandidatinnen für die Nachfolge sollen sich auf Mitglieder-Videokonferenzen vorstellen können.
Meyer war im November 2025 zur Landesvorsitzenden gewählt worden. Sie hatte 55,5 Prozent der Stimmen erhalten und sich gegen Mitbewerberin Svenja Künstler durchgesetzt. Die Wahl war notwendig geworden, weil die bisherige Vorsitzende Andrea Lübcke für die frühere Außenministerin Annalena Baerbock in den Bundestag nachrückte.