Berlin & BrandenburgGedenkstätte erinnert mit Ausstellung an Stasi-Verfolgung

In Hohenschönhausen befand sich nach dem Zweiten Weltkrieg ein sowjetisches Speziallager. Später sperrte die Stasi dort politisch verfolgte Menschen ein. Nun wird dort den Opfern dieser Zeit gedacht.
Berlin (dpa/bb) - Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen erinnert am Mittwoch an die Opfer politischer Verfolgung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und in der DDR. Unter dem Titel "Tag der Zeitzeugen" wird bei einer Gedenkfeier auf dem Städtischen Friedhof in der Gärtnerstraße (15.30 Uhr) den Toten des sowjetischen Speziallagers in Hohenschönhausen gedacht, wie die Stiftung hinter der Gedenkstätte mitteilte.
Am Abend (18.00 Uhr) eröffnet in der Gedenkstätte eine Ausstellung mit Porträts von ehemaligen politischen Häftlingen des Staatssicherheitsdienstes. Der Direktor der Gedenkstätte, Helge Heidemeyer, erklärte anlässlich des Gedenktages: "Die Erinnerung an die Menschen, die in Hohenschönhausen unfassbares Leid erfahren mussten, ist eine der Hauptaufgaben der Gedenkstätte. Ihr Schicksal darf nicht dem Vergessen preisgegeben werden."
Insgesamt richtete die sowjetische Besatzungsmacht auf ihrem Territorium zehn Speziallager ein. Das größte befand sich in Sachsenhausen nördlich von Berlin, wo bis Kriegsende ein Konzentrationslager der Nationalsozialisten war. Andere existierten im ehemaligen KZ Buchenwald, in Bautzen oder Berlin-Hohenschönhausen - später zentrales Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit. Die Lager gab es bis Anfang 1950.