Hamburg & Schleswig-HolsteinMittelalterliche Spielewelt im Lübecker Hansemuseum

Das Europäische Hansemuseum will in einer neuen Sonderausstellung zeigen, wie Geschichte in Spielen erzählt und erlebt werden kann. Besucherinnen und Besucher können dabei aktiv mitmachen.
Lübeck (dpa/lno) - Das historische Burgkloster des Europäischen Hansemuseums in Lübeck verwandelt sich in eine begehbare mittelalterliche Spielewelt. Vom 9. Oktober an ist dort die interaktive Sonderausstellung "Let's play Mittelalter" zu sehen, teilt das Museum mit.
Besucherinnen und Besucher könnten in der Ausstellung selbst mitspielen, sagt Felicia Sternfeld, Direktorin des Hansemuseums. Sie könnten eigene Avatare erstellen, Aufgaben lösen und selbst entscheiden, welchen Weg sie durch die mittelalterliche Welt einschlagen. Stationen sind unter anderem ein Turnierplatz, ein festliches Bankett im Grünen und eine Drachenhöhle.
"Computerspiele haben Einfluss auf unsere Vorstellungen"
"Als Museum, das sich mit der Geschichte der Hanse beschäftigt, erzählen wir von einer Vergangenheit, die bis in unsere Gegenwart wirkt", erklärt Sternfeld. Mit "Let's play Mittelalter" wolle man nun ausprobieren, wie Geschichte in Spielen erzählt und erlebt werden könne. Computerspiele, Brettspiele und digitale Bilderwelten hätten mittlerweile einen erheblichen Einfluss auf die heutigen Vorstellungen.
Franziska Evers, die Kuratorin der Ausstellung, und ihr Team haben für die Umsetzung der Ausstellung mit Expertinnen und Experten aus Game Design, Szenografie und Medienkunst zusammengearbeitet. "So treffen historische Forschung, Popkultur und zeitgenössische Spielwelten aufeinander", sagt Evers.
Die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär, ist Schirmherrin, unterstützt wird die Sonderausstellung von der Lübecker Possehl-Stiftung. Die Schau läuft vom 9. Oktober 2026 bis zum 31. Oktober 2027 und ist täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Das 2015 eröffnete Europäische Hansemuseum ist das weltweit größte Museum zur Geschichte der Hanse.