HessenAktivisten blockieren Rüstungsunternehmen in Kassel

Die Polizei hat in Kassel eine Blockade der Zufahrt zu einem Rheinmetall-Werk aufgelöst. Zwei Personen hatten sich auf dem Asphalt festgeklebt, Lösungsmittel kam zum Einsatz.
Kassel (dpa/lhe) - In Kassel haben sieben Personen die Zufahrt zu einem Werk des Rüstungsunternehmens Rheinmetall blockiert. Wie die Polizei mitteilte, zeigten sie dabei Plakate zum Nahost-Konflikt. Die nicht angemeldete Versammlung wurde demnach nach knapp eineinhalb Stunden am Mittag aufgelöst.
Fünf Teilnehmende seien den Aufforderungen zum Verlassen der Zufahrt nicht nachgekommen, hieß es. Einsatzkräfte hätten eine Person weggetragen und zwei weitere abgeführt. Zwei Personen klebten sich laut Mitteilung auf dem Asphalt fest. Dafür setzten die Beamten Lösungsmittel ein.
Fünf Personen erwartet nach Angaben der Polizei nun ein Verfahren wegen eines Verstoßes gegen das Hessische Versammlungsfreiheitsgesetz. Während des Einsatzes war demnach auf der Holländischen Straße stadteinwärts ein Fahrstreifen gesperrt, es kam zu Verkehrsbehinderungen.
Aktionen auch in anderen Bundesländern
Eine ähnliche Aktion gab es auch in Berlin. Am Morgen klebten sich vor dem Firmengelände von Rheinmetall in Berlin-Wedding mehrere Menschen auf der Straße fest. Zu der Aktion in der Hauptstadt hatte nach eigenem Bekunden die Gruppe "Peacefully Against Genocide" (deutsch: "friedlich gegen Völkermord") aufgerufen.
Es habe auch vor anderen Rüstungsstandorten in unterschiedlichen Bundesländern ähnliche Aktionen gegeben, teilte die Gruppe mit. Mehr als 70 Menschen hätten sich insgesamt an den Aktionen beteiligt. Man wolle damit gegen Waffenlieferungen aus Deutschland an die israelische Armee protestieren.