Regionalnachrichten

HessenErneut Explosionen in Frankfurt - "Das war wie im Krieg"

17.09.2026, 14:06 Uhr
image
(Foto: Mike Seeboth/dpa)

Wieder kracht es in Frankfurt, wieder gibt es Sachschaden. Nach zwei Explosionen wird ein 17-Jähriger festgenommen. Ist es Organisierte Kriminalität?

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Binnen Minuten haben zwei neue Explosionen in Frankfurt Menschen aus dem Schlaf gerissen. Auf der Berger Straße im Stadtteil Nordend und auf der Einkaufsmeile Zeil im Zentrum richten frühmorgens im Dunklen gegen 4.20 Uhr Detonationen Sachschäden an. Den Ermittlern zufolge gab es keine Verletzten. Nach den Taten nehmen die Fahnder einen 17-Jährigen aus den Niederlanden fest. Er soll einem Haftrichter vorgeführt werden.

Die Ermittler beziehen nach eigenen Angaben neben diesen beiden Taten auch drei ähnlich gelagerte Fälle der vergangenen Tage in ihre Ermittlungen ein. "Ob zwischen den insgesamt fünf Taten ein Zusammenhang besteht, bildet einen Schwerpunkt der Ermittlungen. Erste Erkenntnisse weisen mögliche Bezüge zur Organisierten Kriminalität auf", heißt es in einer Mitteilung.

In den vergangenen Tagen hatte es bereits zweimal in Frankfurt und einmal im nahen Offenbach eine Explosion gegeben - ohne Verletzte, aber mit erheblichen Sachschäden. Möglicherweise hängen die Taten mit dem Phänomen "Violence as a Service" zusammen, bei dem meist junge Menschen zu Straftaten angestiftet werden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gibt es "gewichtige Anhaltspunkte" hierfür. Die hessische Polizei verzeichnet hier wachsende Fallzahlen.

Nach ersten Erkenntnissen keine Verletzten

Zu der Festnahme kam es der Polizei zufolge im Bereich des Tatortes in der Berger Straße. Zur Höhe der Schäden gab es zunächst noch keine Angaben. "Wir sind mit Kräften vor Ort", sagte eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur nach den Explosionen. "Wir sind am Wirbeln", ergänzte sie mit Blick auf die laufenden Ermittlungen. Anwohner hätten den Notruf verständigt.

Bestürzung bei Anwohnern

Die beiden erneuten Explosionen verursachten bei zuvor schlafenden Anwohnern teils außerordentliche Bestürzung. "Der Knall war extrem laut. Das war wie im Krieg", sagte eine Frau. "Ich habe so was noch nie gehört. Das ging durch den ganzen Körper durch", fügte sie hinzu. Dabei wohne sie nicht einmal direkt neben dem Tatort in der Berger Straße, sondern nahe um die Ecke in einer Seitenstraße.

Eine zweite Anwohnerin einer anderen Seitenstraße der Berger Straße sagte, sie habe unmittelbar nach der Explosion mit ihrem Freund einen Mann in einem Hoodie gesehen, der sich in der Hecke eines Hofes versteckt habe. Ihr Freund habe die Polizei angerufen, die den Mann rasch festgesetzt habe. Die Polizei will nun Kontrollmaßnahmen verstärken.

Andere haben keine Angst

Andere Menschen sehen sich in ihrem Sicherheitsgefühl nicht beeinträchtigt durch die Explosionen. "Ich bin in Frankfurt groß geworden. Die Explosionen passieren abends oder nachts, das geht an mir vorbei", sagte ein Mann. Er persönlich habe wegen der Explosionen nicht mehr Angst. "Es ist wahrscheinlicher, dass mir was durch einen Autounfall passiert."

"Ich fühle mich sicher. Die Explosion in der Berger Straße war direkt vor meiner Haustür. Trotzdem habe ich auch mit Kind keine Angst", sagte eine Frau. Die Explosionen seien ja nachts. Da sei die Absicht bestimmt nicht, Menschen das Leben zu nehmen. "Da steckt eine andere Sache dahinter." Eine andere Frau sagte: "Wir wohnen direkt um die Ecke und haben die Explosion mitbekommen. Wir fühlen uns sicher. Ich bin nicht viel morgens um vier unterwegs, deshalb ist da auch keine Unsicherheit."

Quelle: dpa

Regionales