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HessenMuseum Wiesbaden gibt zehn Schädel aus Kolonialzeit zurück

04.11.2026, 12:10 Uhr
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In den Sammlungen von Hessens Museen finden sich Objekte aus der Kolonialzeit. Jetzt sollen menschliche Überreste in einem feierlichen Akt Indonesien übergeben werden. Was sind die Hintergründe?

Wiesbaden (dpa/lhe) - Das Museum Wiesbaden gibt laut hessischem Kulturministerium als erstes deutsches Museum menschliche Überreste aus der Kolonialepoche an Indonesien zurück. Die zehn Schädel werden am Dienstag (10.11.) in der Landeshauptstadt "in einem feierlichen Akt Vertretern der indonesischen Regierung überreicht", hieß es. Um ihre Würde zu bewahren, sollen sie mit schwarzem Tuch abgedeckt werden und somit nicht sichtbar sein. Hessens Kulturminister Timon Gremmels (SPD) wird dabei sein.

Die menschlichen Überreste aus der niederländischen Kolonialzeit gehörten einstmals zur Sammlung des hessischen Militärarztes Ernst Albert Fritze. Er arbeitete demnach vor fast zwei Jahrhunderten für die niederländische Kolonialverwaltung in Südostasien. Die Schädel gelangten bereits im 19. Jahrhundert nach Wiesbaden.

"Unrechtmäßige Erwerbungen während der Kolonialzeit"

Der geplanten Rückgabe gingen laut Kulturministerium "mehrere Jahre intensiver Provenienzforschung voraus. Sie ist Teil der Bemühungen der hessischen Landeseinrichtungen, ihre Sammlungen systematisch auf unrechtmäßige Erwerbungen während der Kolonialzeit hin zu untersuchen und Verantwortung für die Geschichte ihrer Bestände zu übernehmen".

Die Provenienzforschung zum Aufspüren von NS-Raubgut ist einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, die Erforschung der Herkunft von kolonialem Kulturgut vielen bisher nicht. Erst vor wenigen Jahren hat die verstärkte wissenschaftliche Aufarbeitung von Objekten begonnen, die Auswanderer und Reisende einst aus den früheren deutschen Kolonien in das damalige Kaiserreich geschickt hatten. Auch das Museum Wiesbaden hat seine entsprechenden Bestände intensiv untersucht.

Quelle: dpa

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