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Mecklenburg-VorpommernWahl in MV: Höhere Wahlbeteiligung als 2021 zeichnet sich ab

20.09.2026, 15:47 Uhr
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Der Wahlkampf ist vorbei, nun gilt's: In Mecklenburg-Vorpommern wird ein neuer Landtag gewählt. Bis zum Nachmittag hatten die Bürger schon mehr Interesse als fünf Jahre zuvor.

Schwerin (dpa/mv) - Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ist bei den Wahlberechtigten bis zum Nachmittag auf mehr Interesse gestoßen als fünf Jahre zuvor. Bis 14.00 Uhr gaben 40,7 Prozent ihre Stimme für die Zusammensetzung des neuen Landtags ab, teilte die Landeswahlleitung mit. Damit lag die Wahlbeteiligung deutlich höher als zur gleichen Zeit bei der Wahl 2021. Damals hatten 32,5 Prozent der Wahlberechtigten bis 14.00 Uhr bereits gewählt, hieß es.

Die wichtigsten Spitzenkandidaten der Wahl gaben ihre Stimme bereits bis Mittag ab. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) kam in Begleitung ihres Ehemanns Stefan ins Wahllokal in Schwerin. AfD-Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm kandidiert im gleichen Wahlkreis wie Schwesig um das Direktmandat und gab seine Stimme am Vormittag ab.

Schwesig rief die Wahlberechtigten auf, ihre Stimme abzugeben: "Ich wünsche mir, dass alle Bürgerinnen und Bürger zur Wahl gehen und ein starkes Zeichen setzen und dass es ein guter Tag für unser Land wird." Holm zeigte sich nach Stimmabgabe mit Blick auf das AfD-Ergebnis optimistisch. Anspruch der AfD sei es, stärkste Kraft zu werden. "Wir sehen, die Wolken sind weg, der Himmel wird blau."

Aufmerksamkeit weit über die Landesgrenzen hinweg

In der auch bundesweit viel beachteten Landtagswahl sind rund 1,3 Millionen Menschen aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Erstmals haben dabei auch 16- und 17-Jährige das Wahlrecht. Die Wahllokale sind seit 8.00 Uhr geöffnet und werden um 18 Uhr schließen.

Die Abstimmung erzeugt dabei deutlich mehr Aufmerksamkeit als in früheren Jahren weit über die Landesgrenzen MVs hinweg. Selbst ausländische Medien berichten über die Wahl im sonst eher beschaulichen Nordosten Deutschlands.

Im Mittelpunkt des Interesses steht das Abschneiden der AfD. Nach dem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt vor zwei Wochen rechnet sich die Partei auch in Mecklenburg-Vorpommern gute Chancen aus. Selbstbewusst plakatierte die AfD im Wahlkampf ihren Co-Landesvorsitzenden Leif-Erik Holm schon als Ministerpräsidenten.

Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet

Doch kurz vor der Wahl bekamen die Hoffnungen der Rechtspopulisten einen deutlichen Dämpfer: Einer Umfrage des ZDF-"Politbarometers" zufolge lag erstmals überhaupt die SPD an der Spitze. Der Befragung nach kämen die Sozialdemokraten unter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auf 37 Prozent. Die AfD läge mit 36 Prozent knapp dahinter. Sowohl Schwesig als auch Holm haben sich öffentlich das Ziel gesetzt, stärkste Kraft in MV zu werden.

Die Linke erreicht in der Umfrage neun Prozent, die Union sechs, die Grünen fünf, das BSW vier Prozent. Die FDP liegt unter drei Prozent. Die Union steuert damit auf das schlechteste Ergebnis bei einer Landtagswahl seit Bestehen der Bundesrepublik zu. Welche Auswirkungen das auf die Bundesregierung und Kanzler Friedrich Merz haben wird, hängt auch von der parallel in der Hauptstadt Berlin stattfindenden Wahl zum Abgeordnetenhaus ab.

Große Aufholjagd

Bemerkenswert ist vor allem die Entwicklung der SPD. Zu Beginn des Sommers lagen die Sozialdemokraten noch abgeschlagen auf Rang zwei mit deutlich unter 30 Prozent. Im Verlaufe des Wahlkampfs holte die SPD immer weiter auf. Dass es nun ein enges Rennen um die Spitze gibt, machen viele an der Person Schwesig fest. Nach Einschätzung von Experten ist es ihr gelungen, sich von der gerade in Mecklenburg-Vorpommern sehr unbeliebten Bundesregierung abzugrenzen - trotz SPD-Beteiligung dort. Bei brisanten Themen wie der Rentenreform oder den Spritpreisen ging sie auf Distanz zu Berlin.

Geholfen haben dürfte der Ministerpräsidentin auch die Ankündigung von mehreren Milliardeninvestitionen. Just in der heißen Phase des Wahlkampfs kündigte die Schwarz Gruppe den Bau eines riesigen Rechenzentrums bei Rostock an, kurz darauf vergab der Stromnetzbetreiber 50Hertz einen Milliardenauftrag für den Bau einer Konverterplattform an die Rostocker Werft.

Stark polarisierender Wahlkampf

Die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern wurde von vielen Seiten als Richtungswahl bezeichnet. Darunter haben besonders die kleinen Parteien gelitten. Sie wurden zwischen den Lagern teilweise zerrieben.

Dass sich Schwesig als "Frau gegen Blau" positionierte und dafür warb, die Stimmen der SPD zu geben, um die AfD zu verhindern, sorgte für Unmut bei den potenziellen Koalitionspartnern. Beschwerden kamen nicht nur von der CDU, sondern auch von den Linken und den Grünen.

Die bestimmenden Themen im Wahlkampf waren Bildung, Wirtschaft und Migration, aber auch aktuelle gesamtdeutsche Entwicklungen wie die Spritpreise oder die Rentenreform.

Quelle: dpa

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