Niedersachsen & Bremen5.000 Playmobil-Figuren erzählen Bremens Geschichte

Über 400.000 Playmobil-Figuren und 3 Millionen Einzelteile besitzt der Hamburger Künstler Oliver Schaffer. Einige davon stellen in zwei Häusern des Focke-Museums die Bremer Stadtgeschichte nach.
Bremen (dpa/lni) - Die Stadtmusikanten sind selbstverständlich dabei: Das Focke-Museum erzählt mit 5.000 Playmobilfiguren und 25.000 Einzelteilen die Stadtgeschichte von Bremen. Der Hamburger Künstler Oliver Schaffer schuf 18 Schaulandschaften, sogenannte Dioramen, mit historischen Ereignissen und Orten. Los geht die Zeitreise in der Altsteinzeit und führt hin zu Bremen als Luft- und Raumfahrtstandort.
Die Sonder-Familienausstellung "Playmobil - Stadtgeschichte(n)" läuft bis 30. Dezember 2027 im Haus Riensberg und im Eichenhof. Das Haupthaus des Museums ist wegen umfangreicher Umbauarbeiten geschlossen. Daher ist dort die eigentliche Ausstellung zur Bremer Stadtgeschichte gerade nicht zu sehen.
"Ich zeige keine fertigen Sets"
Um die dreidimensionalen Wimmelbilder möglichst gut in Szene zu setzen, gestaltete Schaffer Figuren und Teile um. Für die Bremer Stadtmusikanten wurden Hahn, Katze, Hund und Esel mit Acrylfarbe besprüht, übereinandergesetzt und auf einen Sockel gestellt. "Ich zeige keine fertigen Sets", betont der Szenograf. "Fast nichts, was gezeigt wird, kann man 1:1 kaufen."
Im Schaubild stehen die Stadtmusikanten direkt neben dem historischen Bremer Rathaus, während gerade die legendäre Meisterfeier von Werder Bremen 2004 gefeiert wird. Unter den Spielern darf der ehemalige Torschützenkönig Aílton nicht fehlen. Für die grün-weißen Werderfahnen nutzte Schaffer Piratenfahnen, für das Rathaus Ritterburg und griechischen Tempel.
Das Zollhaus ist eigentlich die Ghostbuster-Zentrale
Ähnlich verfuhr er bei den anderen Schaubildern. Für die Darstellung der Auswanderung von Millionen Menschen über Bremerhaven im 19. und 20. Jahrhundert wird ein Kreuzfahrtschiff umgewandelt. Das Zollhaus ist eigentlich die Ghostbuster-Zentrale des Spielwaren-Herstellers. "Oliver Schaffer hat alle Figuren und Teile im Kopf, die es gibt", sagte Kurator Bora Akşen. Einzig für das vergoldete Relief am Eingang der historischen Böttcherstraße in Bremen wurde ein 3D-Drucker verwendet. "Es ist keine Modellbauausstellung. Man muss auch seiner Fantasie freien Lauf lassen", sagte Schaffer. "Manche Erwachsene haben das verlernt, Kinder können das ganz gut."
"Die Figuren machen historische Zusammenhänge anschaulich", betont Kurator Akşen. Für Schaffer ist die Bremer Ausstellung bereits die 91., die er aufgebaut hat. Seit 2019 arbeitet er hauptberuflich als Diorama-Gestalter.