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Niedersachsen & BremenKlinikarzt soll Patienten getötet haben - Urteil erwartet

18.09.2026, 03:31 Uhr
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(Foto: Thomas Strünkelnberg/dpa)

Der Verdacht wiegt schwer: Hat ein Arzt der Medizinischen Hochschule Hannover Patienten gegen deren Willen mit Medikamenten getötet - oder es in einem Fall versucht? Jetzt fällt das Urteil.

Hannover (dpa/lni) - Im Fall eines wegen mutmaßlicher Tötungsdelikte beschuldigten Arztes der Medizinischen Hochschule Hannover steht das Ende des Mordprozesses bevor. Das Urteil werde am Freitag (11.00 Uhr) verkündet, sagte die Vorsitzende Richterin Britta Schlingmann. Zuvor hatten sowohl Anklagevertreter als auch Verteidiger einen Freispruch gefordert. Der 49 Jahre alte Mediziner steht wegen Mordes sowie versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor Gericht.

Im Mai 2019 soll der Mann laut Anklage als Notarzt zu einer 82-Jährigen gerufen worden sein. Er soll versucht haben, sie mit Medikamenten zu töten. In den anderen Fällen ging es um Patienten, die auf der Intensivstation behandelt wurden - einen 20-Jährigen, der im Juni 2020 starb, außerdem einen 71-Jährigen, der im März 2025 starb. Der Arzt soll die Therapien der Patienten abgebrochen und sie mit Medikamenten getötet haben.

Im Prozess wies er unter Tränen alle Vorwürfe zurück. Über die Mordanklage sagte er, es sei ein "völlig monströser Vorwurf". Es sei seine Pflicht, schwerstkranken Patienten ein Sterben ohne Luftnot und Schmerzen zu ermöglichen.

Die Aussage des 49 Jahre alten Mediziners sei ein "Wendepunkt des Verfahrens" gewesen, sagte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. Eine Tötungsabsicht sei nicht nachgewiesen, der Angeklagte dafür als engagierter, erfahrener, empathischer und meinungsstarker Arzt beschrieben worden. Verteidiger Steffen Stern betonte, Patienten hätten das Recht, schmerzfrei zu sterben.

Quelle: dpa

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