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Niedersachsen & BremenMetall-Tarifrunde ohne Ergebnis – IG Metall macht Vorschlag

06.11.2026, 15:39 Uhr
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Fünf Prozent mehr Geld fordert die IG Metall weiterhin für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie. Zugleich bietet die Gewerkschaft nun begrenzten Spielraum bei tariflichen Leistungen an.

Hannover (dpa/lni) - Die dritte Verhandlungsrunde für die Beschäftigten der niedersächsischen Metall- und Elektroindustrie ist ohne ein Ergebnis zu Ende gegangen. Das teilten die Gewerkschaft IG Metall und der Arbeitgeberverband NiedersachsenMetall mit. Die IG Metall legte nach eigenen Angaben einen Vorschlag zur Lösung des Tarifstreits vor. "Ein Konzept für mehr Zukunfts- und Beschäftigungssicherung sind uns die Arbeitgeber bis heute schuldig geblieben. Deshalb haben wir selbst eines auf den Tisch gelegt", sagte Niedersachsens IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger in einer Mitteilung.

Die Gewerkschaft hält an ihrer grundsätzlichen Forderungen fest. Sie verlangt fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Mit Blick auf Unternehmen, die in einer Struktur- und Produktkrise stecken, schlägt die Gewerkschaft nun darüber hinaus einen eigenen, zeitlich befristeten Tarifvertrag vor, der Investitionen, Wertschöpfung und Arbeitsplätze absichern soll. "Auf dieser Grundlage könnten tarifliche Leistungen in einzelnen Betrieben vorübergehend und in begrenztem Umfang angepasst werden. Die Hoheit darüber liegt bei den Tarifvertragsparteien, die Mitglieder der IG Metall werden beteiligt", teilte die Gewerkschaft mit.

Zur Voraussetzung macht die IG Metall "verbriefte und verbindliche Zusagen" von Unternehmen für Investitionen, Arbeitsplätze und den Erhalt von Standorten. "Unser Vorschlag gibt den Betrieben Luft, wenn es schwierig wird. Er verlangt dafür aber Verbindlichkeit: Investitionen hier, Arbeitsplätze hier, Zukunft hier", sagte Gröger weiter.

Arbeitgeber: Sind auf gutem Weg

Wie die Arbeitgeberseite auf diesen Vorschlag reagiert, blieb zunächst offen. Ihr Verhandlungsführer, Mladen Petkovic, sagte in einer Mitteilung nach der dritten Verhandlungsrunde, man sei "auf einem guten Weg". NiedersachsenMetall fordert von der Gewerkschaft aber Bewegung in der Entgeltfrage. "Es ist richtig, dass wir gemeinsam darüber sprechen, wie flexibel Tarifpolitik zur Zukunftssicherung unserer Industrie in Niedersachsen ausgestaltet sein sollte. Bei der Entgeltentwicklung liegen wir jedoch noch auseinander", sagte Petkovic.

Das in fünf Tarifbezirken gleichzeitig abgestimmte Angebot der Arbeitgeberseite sieht bislang eine tabellenwirksame Entgelterhöhung um 1,3 Prozent im Juli 2028 vor. Für das kommende Jahr schlagen die Arbeitgeber im Juli eine Einmalzahlung in Höhe von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts vor. Nach IG-Metall-Angaben rechnen die Arbeitgeber mit einem Betrag von rund 660 Euro brutto. Diese Zahlung soll dem Vorschlag zufolge bei Unternehmen ausgesetzt werden können, die kaum noch Geld verdienen. Die Laufzeit soll bis zum 31. Dezember 2028 reichen.

Zuletzt gab es Warnstreiks

Der Flächentarifvertrag für die Metall- und Elektroindustrie regelt Entgelt und Arbeitsbedingungen. Wichtige Sparten sind Maschinenbau, Metallbearbeitung und Elektrotechnik. Die IG-Metall-Bezirksleitung in Hannover ist für zwei Tarifgebiete im Land mit etwa 120.000 Beschäftigten zuständig: Niedersachsen und Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim. Dort wird separat verhandelt. Der Nordwesten Niedersachsens gehört zum Bezirk Küste, der auch Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern umfasst.

Seit dem Ende der Friedenspflicht am 1. November hatten Beschäftigte in zahlreichen Betrieben ihren Forderungen mit Warnstreiks Nachdruck verliehen.

Für die Beschäftigten der Volkswagen AG wird ebenfalls getrennt verhandelt. Sie haben einen eigenen Haustarifvertrag, der zum Jahresende ausläuft.

Quelle: dpa

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