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Nordrhein-WestfalenSchiff steckt nicht mehr fest, aber Abfahrt verzögert sich

29.09.2026, 19:20 Uhr
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Mercedes hat in Düsseldorf ein Sprinter-Werk, ein Teil der Transporter wird über den Rhein verschifft. Doch die Trockenheit machte so einer Lieferung einen Strich durch die Rechnung - vorerst.

Düsseldorf (dpa/lnw) - In den Fall des festgefahrenen Frachtschiffes im Düsseldorfer Hafen kommt Bewegung. Am Montag war das 135 Meter lange Schiff mit Mercedes-Sprintern beladen worden und bei der Ausfahrt aus einem Hafenbecken auf eine Sandbank gefahren. Den Verkehr des übrigen Hafens blockierte es nicht. Am Dienstag ging es mühsam zurück ins Hafenbecken, wo es nach Angaben der Logistikfirma Mosolf teilweise entladen wurde. Mosolf hat das Schiff gechartert.

Dadurch sollte das Schiff so leicht werden und so wenig Tiefgang haben, dass es auch bei dem aktuellen Niedrigwasser aus dem Hafen raus und bis nach Rotterdam fahren könne. "Wir warten jetzt auf die Auflagen von der Wasserschutzpolizei und vom Hafenmeister, mit welchem Tiefgang und demzufolge mit welcher Beladung wir losfahren dürfen", sagte der für die Dispositionsleitung zuständige Mosolf-Manager Jürgen Richter der dpa. Am Mittwoch werde der Wasserpegel wohl noch etwas weiter sinken, am Freitag soll er aber wieder steigen. "Hoffentlich geht es dann wieder los."

Logistikfirma ist unzufrieden mit Hafen-Infrastruktur

Die Bergung des Schiffes von besagter Sandbank war schwierig gewesen. Versuche, dass es durch eine Ankerwinde und Gewichtsverlagerungen von der Sandbank "herunterschubbert", schlugen fehl. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei konnte kein Schlepper eingesetzt werden, auch weil das Frachtschiff dabei wegen des Niedrigwassers beschädigt werden könnte. Ein Sprecher der Neuss-Düsseldorfer Häfen sagte, der Kapitän habe vermutlich das Gewicht der Beladung falsch eingeschätzt.

Dem widersprach Mosolf-Manager Richter. Nach seinen Worten liegt die Zwangspause daran, dass der Hafen nicht richtig ausgebaggert ist und das dortige Wasser nicht so tief ist wie der Rhein. "Das Niveau müsste gleich sein, das ist es aber nicht - die Infrastruktur des Hafens ist nicht gepflegt genug." Die Baggerschiffe sollten permanent die Hafenbecken frei halten, besonders zu Niedrigwasserphasen, fordert Richter.

Die Trockenheit samt ausbleibender Niederschläge hat dazu geführt, dass der Rhein und andere Flüsse viel weniger Wasser mit sich führen als normalerweise. Daher fahren nur noch wenige Frachtschiffe auf dem Rhein, die zudem nur wenig beladen sind. Außerdem haben Fähren ihren Betrieb eingestellt. Der eingeschränkte Schiffsverkehr auf dem Rhein trifft auch die Industrie hart, deren Versorgung mit Rohstoffen und Ersatzteilen sich deswegen verteuert hat.

Ein Teil der Sprinter wurde entladen

Das Schiff war vor der geplanten Abfahrt am Montag mit Transportern von Mercedes-Benz Vans aus dem Düsseldorfer Sprinter-Werk beladen worden. Die transportierten Fahrzeuge seien nicht beschädigt worden, sagte eine Sprecherin der Transportersparte von Mercedes. Die Fahrzeugauslieferungen von Mercedes-Benz Vans am Standort Düsseldorf seien "dank multimodaler Transportkonzepte" derzeit nicht beeinträchtigt. Das heißt, dass es Alternativlieferungen über Züge und Lastwagen gibt.

Der Automobil-Logistiker Mosolf, der das Schiff gechartert hat, teilte mit, dass das Schiff mit reduzierter Ladungsmenge unterwegs sei. 190 Transporter hätten drauf gepasst, 160 waren drauf, so Mosolf-Manager Richter. "Nun haben wir die Anzahl auf 110 reduziert, das müsste reichen."

Das Gewicht der Transporter sei ohnehin nicht das große Problem gewesen - mit den 160 Transportern sei man auf eine Nutzlast von 390 Tonnen gekommen, die generell zulässige Nutzlast des Frachtschiffs liege hingegen bei 3.500 Tonnen.

Aus der misslichen Situation befreit wurde das unter niederländischer Flagge fahrende Schiff durch ein anderes niederländisches Schiff, das zufällig ebenfalls im Düsseldorfer Hafen lag und rausfuhr. Auf Bitte des Schiffskapitäns fuhr es an sein mit den Sprintern beladenes Schiff heran. "Es stupste unser Schiff von der Sandbank", sagt Richter. "Dann konnte es zurück ins Hafenbecken und teilweise entladen werden." Der Logistikspezialist ist zuversichtlich, dass der nächste Fahrversuch klappen wird. "Wenn wir erst einmal aus dem Hafen raus sind, wird alles glattgehen."

Quelle: dpa

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