Sachsen-AnhaltMit fünf Euro zum Tierpaten: Was Patenschaften bringen

Tierpatenschaften in einem Zoo oder Tierpark gibt es bereits für kleines Geld. Welche Tiere in Sachsen-Anhalt besonders gefragt sind und wofür die Einnahmen verwendet werden.
Halle/Magdeburg (dpa/sa) - Wer einen Zoo oder Tierpark unterstützen möchte, muss dafür nicht tief in die Tasche greifen. Tierpatenschaften gibt es in Sachsen-Anhalt bereits für wenige Euro im Jahr. Je nach Einrichtung und Tierart können die Beiträge aber auch mehrere hundert oder sogar mehr als 1.000 Euro betragen. Eine Umfrage zeigt: Patenschaften sollen nicht nur eine zusätzliche Einnahmequelle sein, sondern auch die Bindung der Besucher an die Einrichtungen stärken.
Bergzoo Halle mit hunderten Unterstützern
Im Bergzoo Halle liegen die Jahresbeiträge nach Angaben der Einrichtung zwischen 25 und 1.500 Euro. Vor dem Wegzug der Elefanten lag der Höchstbetrag noch bei 2.500 Euro. Besonders gefragt sind nach Angaben der Einrichtung Erdmännchen, Humboldt-Pinguine und Schnee-Eulen. Für einige Vogelarten, darunter Darwin-Nandus, Schwarzhalskraniche und Graurückentrompeter, gibt es derzeit keine Paten.
Die Zahl der Tierpaten liegt in Halle seit Jahren zwischen 350 und 450. Insgesamt stehen knapp 100 verschiedene Patentiere zur Auswahl. Zu den Unterstützern zählen Privatpersonen und Familien ebenso wie Unternehmen, Institutionen und Schulklassen. Viele bleiben dem Zoo über Jahre verbunden, einzelne Patenschaften bestehen laut Zoo bereits seit bis zu 26 Jahren.
Patenschaften decken anteilig Futterkosten
Auch im Tiergarten Stendal sind die Patenschaften ein wichtiger Baustein. Die Beiträge übernehmen anteilig Kosten für die Tiere und orientieren sich unter anderem an den durchschnittlichen jährlichen Futterkosten. Eine Patenschaft wird für mindestens ein Jahr abgeschlossen und kostet zwischen 25 und 150 Euro.
Besonders beliebt sind Erdmännchen, Schnee-Eulen, Tiger und Servale. Insgesamt stehen mehr als 40 Tierarten für Patenschaften zur Auswahl. Im Tiergarten leben rund 400 Tiere aus 65 Arten. Die Zahl der Paten liegt nach Angaben der Einrichtung seit Jahren relativ konstant bei etwa 70. Einzelne Unterstützer übernehmen mehrere Patenschaften oder verlängern ihr Engagement über mehrere Jahre.
Patenschaften bringen persönliche Bindung zu Tieren
Deutlich stärker gewachsen ist die Zahl der Tierpaten im Zoo Magdeburg. Dort unterstützen aktuell 202 Paten insgesamt 225 Zootiere - rund 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Für die Unterstützer steht dabei laut Zoodirektor David Pruß nicht allein die finanzielle Hilfe im Vordergrund. Eine Patenschaft soll auch eine persönliche Verbindung zu einem Tier und zur jeweiligen Einrichtung schaffen. In Magdeburg gehört der jährliche Tierpatentag für viele langjährige Paten zu den Höhepunkten. Bei Revier-Rundgängen können sie Einblicke in den Zooalltag bekommen und ihre Patentiere aus einer anderen Perspektive kennenlernen.
Patenschaften auch für Insekten ab 5 Euro
Im Tierpark Dessau beginnen die Patenschaftsbeiträge bereits bei fünf Euro. Für diesen Betrag können etwa verschiedene Insektenarten unterstützt werden. Am oberen Ende der Skala steht der Kragenbär mit 1.000 Euro. Wellensittiche und Kanarienvögel kosten 15 Euro, Meerschweinchen 25 Euro, Präriehunde 75 Euro und Luchse sowie Dingos 500 Euro. Für Schneeleoparden und Harzer Rotvieh werden 750 Euro fällig.
Besonders gefragt sind in Dessau Präriehunde und Wellensittiche. Generell seien Patenschaften im kleinen und mittleren Preissegment besonders beliebt, teilte der Tierpark mit. Für Dingos und Dromedare gebe es dagegen bislang nur wenige Interessenten.
Anders als bei einer klassischen Einzelpatenschaft gilt die Unterstützung in Dessau grundsätzlich für eine Tierart und nicht für ein einzelnes Tier. Dadurch können mehrere Menschen gleichzeitig Paten derselben Tierart sein. Aktuell gibt es mehr als 350 eingetragene Tierpaten. Die Zahl sei im Großen und Ganzen stabil. Die Einnahmen werden nach Angaben des Tierparks nicht für laufende Kosten wie Futter, Tierarzt oder Personal verwendet. Sie dienen ausschließlich zusätzlichen Verbesserungen, etwa dem Umbau oder Ausbau von Anlagen.
Wenig Interesse für Enten Hühnervögel und Fische
Im Tierpark Wittenberg beginnen die Beiträge bei 20 Euro für ein Meerschweinchen und reichen bis 250 Euro für einen Goldkopflöwenaffen. Als Richtwerte für die Höhe dienen unter anderem Pflegeaufwand und Futterkosten. Besonders beliebt sind Erdmännchen und Kattas. Weniger Interesse gibt es nach Angaben der Einrichtung an Enten, Hühnervögeln und Fischen. Aktuell gibt es in Wittenberg rund 60 Tierpaten.
Im Tierpark Hexentanzplatz im Bodetal kommt nach Angaben von Tierparkleiter Nils Becker ein fünfstelliger Eurobetrag pro Jahr durch Tierpatenschaften zusammen. Dort gibt es etwa 200 Patenschaften. Die Zahl bilde einen relativ stabilen Stamm, sei allerdings im vergangenen Jahr aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Situation etwas gesunken. Der 1973 gegründete Tierpark umfasst rund 300 Tiere, überwiegend einheimische Arten. Jährlich kommen nach Angaben der Einrichtung zwischen 120.000 und 160.000 Besucher.