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Appell an Herz und VerstandEstlands neue Staatspräsidentin Ülle Madise vereidigt

12.10.2026, 16:24 Uhr
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Die neue estnische Präsidentin Ülle Madise. (Foto: dpa)

Estland hat ein neues Staatsoberhaupt: Die 51 Jahre alte Juristin Ülle Madise hat im Parlament in Tallinn ihren Amtseid als Präsidentin des baltischen EU- und Nato-Landes abgelegt.

Die bisherige Justizkanzlerin löste Präsident Alar Karis ab, der auf eine Kandidatur für eine zweite fünfjährige Amtszeit verzichtet und sich nicht zur Wiederwahl gestellt hatte. Madise ist das sechste Staatsoberhaupt des kleinen Ostseestaats im Nordosten Europas seit der wiedererlangten Unabhängigkeit von der Sowjetunion 1991. Sie ist Estlands zweite Präsidentin nach Kersti Kaljulaid, die von 2016 bis 2021 das höchste Staatsamt mit vorwiegend repräsentativen Aufgaben ausübte.

Außenpolitisch will Madise an der klaren West-Orientierung Estlands und der Unterstützung der von Russland angegriffenen Ukraine festhalten. Die neue Staatspräsidentin rief in ihre Rede dazu auf, sich trotz der ernsten Zeiten und der "unberechenbaren und gefährlichen" Welt um Estland herum nicht von Angst oder Hoffnungslosigkeit beherrschen zu lassen. "Wir müssen klug handeln." Freude, Humor und Leichtigkeit seien dabei jetzt wichtiger denn je, sagte das neue Staatsoberhaupt der gut 1,2 Millionen Esten. Auch brauche es mehr gegenseitiges Vertrauen, Miteinander und Anerkennung. Estland ist durch seine Lage an der Nato-Ostflanke besonders exponiert und sieht sich wegen der russischen Invasion in die Ukraine vor mehr als vier Jahren bedroht. Der Baltenstaat ist ein enger Partner und Unterstützer Kiews.

Die parteilose Madise wurde Anfang September in das höchste Staatsamt in der Ostseerepublik gewählt. Die am 11. Dezember 1974 geborene Madise war zuvor seit 2015 estnische Justizkanzlerin. In dieser Funktion überwachte sie als unabhängige Ombudsfrau die Verfassungs- und Rechtsmäßigkeit der Gesetzgebung und des staatlichen Handelns. Die fließend Deutsch sprechende Juristin, die nach eigenen Angaben während ihres Studiums das deutschen Nachschlagewerk Brockhaus zum Lernen nutze, war viele Jahre als Rechtsprofessorin an der Technischen Universität Tallinn sowie an der Universität Tartu tätig. Auch war sie Rechtsberaterin des früheren estnischen Staatspräsidenten Toomas Hendrik Ilves.

Quelle: ntv.de, dpa

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