Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag"An Börsen staut sich wachsendes Korrekturpotenzial auf"

12.10.2026, 05:59 Uhr

Die Turbulenzen am Öl- und Anleihemarkt werden die Anleger wohl auch in dieser Handelswoche beschäftigen. "Die angespannte Stimmung an den Finanzmärkten dürfte bis mindestens Anfang November - dem Termin der US-Zwischenwahlen - anhalten", kommentieren die Experten der Helaba. "Vielleicht ergibt sich dann wenigstens eine Lösung im US-Iran-Konflikt." Die entscheidende Frage für die Märkte sei derzeit, ob die Unternehmensgewinne hoch genug blieben, um die Belastung durch gestiegene Finanzierungskosten aufzufangen, sagt Analystin Daniela Hathorn vom Broker Capital.com. Im Blick stehe dabei nach wie vor vor allem der Technologiesektor.

Die Kluft zwischen dem Dax und den technologielastigen US-Indizes, die in der alten Woche neue Rekorde verzeichnet haben, weite sich dabei laut Ulrich Kater von der DekaBank erneut aus. "Das wirft die Frage auf, wie nachhaltig der Anstieg ist." Nach der Achterbahnfahrt der vergangenen Tage schloss der deutsche Leitindex am Freitag bei 25.087 Punkten und damit unter dem Vorwochenschluss.

Bislang hätten die Aktienmärkte den stetigen Renditeanstieg recht gut wegstecken können, die Korrelation zwischen Aktien- und Rentenkursen sei jedoch stark gestiegen, kommentierten die LBBW-Analysten. "Damit staut sich an den Börsen ein wachsendes Korrekturpotenzial auf."

Die Anleiherenditen zeigten auf Wochensicht zwar Anzeichen einer Stabilisierung, lagen jedoch weiterhin nahe ihren Mehrjahreshochs. Im Fokus der europäischen Rentenmärkte stand Frankreich, wo die Aussichten für die Staatsfinanzen mittelfristig herausfordernd bleiben. Nach oben trieben die Renditen zudem Inflations- und Zinsängste der Anleger infolge der hartnäckig hohen Energiekosten.

Im Mittelpunkt dieser Konjunkturdatenwoche steht daher der US-Inflationsbericht am Mittwoch. "Im September sind die US-Verbraucherpreise wohl deutlich gestiegen, wofür hauptsächlich teureres Benzin verantwortlich war", prognostiziert Commerzbank-Ökonom Christoph Balz. Die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel dürfte zwar moderater ausfallen. "Aber dies wird die Notenbank wohl nicht von einer weiteren Zinserhöhung im Dezember abhalten."

Im Fokus steht zudem der Auftakt der Bilanzsaison in den USA mit den Quartalsergebnissen großer Banken. Die Anleger wollen laut Experten vor allem wissen, wie sich der jüngste starke Anstieg der Anleiherenditen auf das Geschäft mit Übernahmen, die Kreditvergabe und die Refinanzierungskosten auswirkt. Vier der sechs größten US-Geldhäuser, JPMorgan, Goldman Sachs, Citigroup und Wells Fargo, legen ihre Ergebnisse am Dienstag vor. Am Mittwoch folgen die Geschäftszahlen von Morgan Stanley und der Bank of America.

Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden Sie hier.

Quelle: ntv.de