Der Börsen-Tag
17. September 2026
imageHeute mit Diana Dittmer und Wolfram Neidhard
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13:38 Uhr

Keine Zinsänderung in Großbritannien

Die Bank of England (BoE) hat ihre Geldpolitik wie erwartet unverändert gelassen. Wie die BoE mitteilte beließ der geldpolitische Ausschuss (MPC) den Reposatz bei 3,75 Prozent. Für unveränderte Zinsen stimmten sechs MPC-Mitglieder, für eine Zinsanhebung drei. Wie es im geldpolitischen Statement heißt, sehen die MPC-Mitglieder bislang wenig Anzeichen für wesentliche Zweitrundeneffekte bei der Preis- und Lohnfindung. "Das Risiko solcher Effekte, denen die Geldpolitik entgegenwirken muss, ist jedoch umso größer, je länger die höheren Energiepreise anhalten oder je volatiler sie sind", heißt es weiter.

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Die Bank of England im Finanzviertel von London. (Foto: Kin Cheung/AP/dpa)
Keine Zinsänderung in Großbritannien
13:15 Uhr

Bayer erhält erweiterte US-Zulassung für Nierenmedikament

Bayer hat in den USA eine Zulassungserweiterung für sein Nierenmedikament Kerendia erhalten und kann das Mittel künftig für eine weitere Patientengruppe anbieten. Die US-Arzneimittelbehörde FDA genehmigte den Einsatz des Präparats bei Erwachsenen mit chronischer Nierenerkrankung in Verbindung mit Typ-1-Diabetes, wie die Leverkusener mitteilten. Nach Angaben von Bayer ist dies die erste neue von der FDA zugelassene Behandlungsoption für diese spezielle Erkrankung seit mehr als 30 Jahren. In den USA ist das Präparat bereits zur Behandlung von Nierenkranken mit Typ-2-Diabetes sowie bei chronischer Herzinsuffizienz zugelassen.

Kerendia gehört zu den umsatzstärksten Medikamenten der Leverkusener. Im Jahr 2025 setzte Bayer mit dem Mittel 829 Millionen Euro um, ein Plus von 79 Prozent. Der Dax-Konzern sieht Kerendia neben vier weiteren zugelassenen Medikamenten, darunter das Krebsmittel Nubeqa, als einen der zentralen Wachstumstreiber mit großem Umsatzpotenzial.

Bayer erhält erweiterte US-Zulassung für Nierenmedikament
12:47 Uhr

Freundliche Vorzeichen an der Wall Street

An der Wall Street deutet sich zur Eröffnung ein deutlicheres Plus an. Der Future auf den S&P-500 erhöht sich um 0,8 Prozent, der Nasdaq-Terminkontrakt gewinnt 1,1 Prozent. Die US-Notenbank hatte am Mittwoch wie mehrheitlich erwartet die Zinsen um 25 Basispunkte erhöht. Die Fed hob die Zinsen damit zum ersten Mal seit drei Jahren an. Die Aussagen von Fed-Chairman Kevin Warsh werden als Zeichen für weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr interpretiert und einige Analysten meinen, dass die Fed das Vertrauen des Marktes in ihr Engagement zur Bekämpfung der erhöhten Inflation gestärkt hat. Zudem erfolgte der Beschluss diesmal einstimmig.

Stützend wirken auch die weiter nachgebenden Ölpreise. Ein Barrel der Sorte Brent reduziert sich um 1,4 Prozent auf 104,42 Dollar. Hier stützt weiterhin die Aussicht auf eine schneller als gedacht vonstatten gehende Instandsetzung einer beschädigten Pipeline in Saudi-Arabien. Die nachgebenden Ölpreise spiegeln laut Samer Hasn von XS.com den wachsenden Optimismus wider, dass die Unterbrechung der Rohölexporte aus dem Nahen Osten eingedämmt werden kann. Für die Renditen am US-Anleihemarkt geht es leicht nach unten. Die Rendite zehnjähriger Papiere fällt um einen Basispunkt auf 4,99 Prozent.

Freundliche Vorzeichen an der Wall Street
12:25 Uhr

Tagesgeld zieht an

Uneinheitlich zeigen sich die Sätze am Euro-Geldmarkt in Frankfurt nach der Zinsentscheidung in den USA. Nachdem die Zinsentscheidungen von EZB und US-Notenbank hinter den Märkten lägen, klängen Spekulationen über mögliche künftige Richtungen ab, heißt es im Handel. Die Zinserhöhung der Fed werde positiv aufgenommen. Sie sende wie auch die Einstimmigkeit im Gremium das klare Signal des Willens zur Inflationsbekämpfung.

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(Foto: picture alliance/SZ Photo/Wolfgang Filser)

Tagesgeld: 2,35 - 2,55 (2,18 - 2,38), Wochengeld: 2,39 - 2,60 (2,39 - 2,58), 1-Monats-Geld: 2,47 - 2,62 (2,27 - 2,57), 3-Monats-Geld: 2,48 - 2,81 (2,57 - 2,82), 6-Monats-Geld: 2,94 - 3,08 (2,94 - 3,07), 12-Monats-Geld: 3,25 - 3,42 (3,10 - 3,26), Euribors: 16.09. 15.09. 3 Monate: 2,661 (2,664), 6 Monate: 2,973 (2,936), 12 Monate: 3,374 (3,160)

Tagesgeld zieht an
12:10 Uhr

Obi unterliegt im Farbenstreit

Orange ist für alle da - im Streit um Markenschutz für ihr "Obi-Orange" hat die Baumarktkette Obi eine Niederlage kassiert. Der Farbton, eine Art Hellrot-Orange, sei nicht schützenswert, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) und wies die Revision des Unternehmens gegen eine Entscheidung des Bundespatentgerichts zurück. Dieses hatte zuvor die von zwei Konkurrenten, den Ketten Hornbach und Globus, beantragte Löschung dieser sogenannten abstrakten Farbmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt für rechtens erklärt. Daraufhin war Obi vor den BGH gezogen - und unterlag.

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Das orange-silberne Logo ist das markante Erkennungszeichen der Baumarktkette Obi. (Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto)
Obi unterliegt im Farbenstreit
12:00 Uhr

Dax deutlich im Plus

Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat in einem bislang unaufgeregten Handel den Gang nach oben angetreten. Am Mittag notierte der deutsche Leitindex 0,6 Prozent höher bei 25.682 Punkte. Der EuroStoxx50 stieg um 0,7 Prozent auf 6309 Stellen. Der Euro lag zum Mittwochabend kaum verändert bei 1,1474 US-Dollar.

Dax deutlich im Plus
11:47 Uhr

Euroraum-Inflation klar über EZB-Ziel - Legt die Notenbank zinsmäßig nach?

Die vom Ölpreisschock getriebene Inflation im Euroraum ist im August nicht ganz so hoch ausgefallen wie gedacht. Die Verbraucherpreise stiegen um 3,2 Prozent, nach 2,9 Prozent im Juli, wie Eurostat mitteilte. In einer früheren Schätzzahl war von 3,3 Prozent für August die Rede. Die EZB hatte vorige Woche auf den Inflationsschub reagiert und die Zinsen um einen Viertelpunkt auf 2,50 Prozent hochgesetzt. Sie rechnet damit, dass die Gesamtinflation noch bis in die erste Jahreshälfte 2027 deutlich über dem Zielwert der Notenbank von 2,0 Prozent bleiben wird.

Energie ist der Preistreiber Nummer eins: Sie verteuerte sich im August um 14,3 Prozent zum Vorjahresmonat. An den Finanzmärkten wird darauf spekuliert, dass die EZB Ende des Jahres mit einer weiteren Zinserhöhung nachlegen wird.

Euroraum-Inflation klar über EZB-Ziel - Legt die Notenbank zinsmäßig nach?
11:26 Uhr

Wizz Air kürzt Flugplan wegen Energiepreisen - Aktie steigt

Die explodierenden Spritpreise zwingen den Billigflieger Wizz Air, auf die Bremse zu treten. Die ungarische Fluglinie kündigte an, ihre geplante Kapazität für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres um fünf Prozent zu kürzen. Anleger zeigten sich davon jedoch unbeeindruckt, da das Unternehmen gleichzeitig seine kurzfristige Ertragsprognose nach einem starken Sommer anhob: Die Aktie legte um mehr als drei Prozent zu. Wizz Air erwartet nun im Zeitraum Juli bis September einen Umsatz auf Vorjahresniveau statt eines Rückgangs im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Der Iran-Krieg hat die globale Luftfahrtbranche wegen der gestiegenen Kerosinpreise in die schwerste Krise seit der Corona-Pandemie gestürzt. Die lettische Fluggesellschaft AirBaltic meldete deswegen als erste europäische Airline in dieser Woche Insolvenz an. Auch große US-Fluggesellschaften haben ihre Flugpläne bereits reduziert, um die Erträge zu sichern.

Wizz Air kürzt Flugplan wegen Energiepreisen - Aktie steigt
11:00 Uhr

Trump will billiges Geld - und riskiert das Gegenteil

US-Präsident Donald Trump fordert Zinsen von höchstens einem Prozent und greift die US-Notenbank wegen ihrer Zinserhöhung an. Damit gefährdet er seinen eigenen Wunsch nach günstigerem Geld. ntv-Börsenexperte Patrick Dewayne erklärt, warum Trumps Angriffe auf die Fed ihm selbst schaden.

Trump will billiges Geld - und riskiert das Gegenteil
10:43 Uhr

Zinsanstieg in den USA - wann ist die Schmerzgrenze erreicht?

Die US-Zinsen klettern weiter - trotz milliardenschwerer Versuche, sie nach unten zu drücken. Regierung und Fed versuchen, mit Anleihekäufen gegenzusteuern, doch Inflation und die hohe US-Verschuldung setzen dem Vorhaben Grenzen. Die Zinsentwicklung dürfte dabei auch für Anleger in Gold und Bitcoin interessant bleiben. Wie weit können die USA noch gegensteuern und wo liegt die Schmerzgrenze? Darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Jens Klatt von XTB.

Zinsanstieg in den USA - wann ist die Schmerzgrenze erreicht?
10:18 Uhr

Porsche plant neues Modell für über 500.000 Euro

Porsche arbeitet mit Hochdruck an der Entwicklung eines Luxussportwagens, der in einer deutlich höheren Preisliga spielen wird als die bisherigen Modelle. Bislang hatte Konzernchef Michael Leiters nur vage angedeutet, dass man "über einen Sportwagen oberhalb unseres 911ers" nachdenke. Laut dem Wirtschaftsmagazin "Capital" unter Berufung auf Insider ist die grundsätzliche Entscheidung für einen neuen Luxussportwagen im Vorstand jedoch bereits gefallen.

Die konkreten Pläne für die Modelloffensive, die Teil der Strategie "Sportwagenschmiede 2035" ist, stehen jedoch noch am Anfang. Porsche sieht den Informationen zufolge im Segment jenseits von 500.000 Euro pro Fahrzeug aber eine zusätzliche Käuferschicht. Geplant ist der neue Luxussportwagen zunächst als Verbrennermodell. Porsche hat den Bericht nicht kommentiert.

Porsche plant neues Modell für über 500.000 Euro
10:06 Uhr

Panzerbauer-Börsengang später? Banken raten dazu

Der Panzerhersteller KNDS und seine Eigner erwägen nach Informationen von Bloomberg eine Verschiebung des geplanten Börsengangs. Die beratenden Banken hätten ihnen geraten abzuwarten. Grund sei die aktuell schwache Entwicklung börsennotierter Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall, zitiert die Nachrichtenagentur Insider.

Die Familie Wegmann, der die Hälfte des deutsch-französischen Unternehmens KNDS gehört, werde sich in den nächsten Wochen darauf konzentrieren, bis zu 40 Prozent der Anteile an die Bundesregierung zu verkaufen, schreibt Bloomberg. Die Familie hält eine Beteiligung von 50 Prozent an dem Unternehmen. Die Beratungen dauern an und Entscheidungen über den Zeitpunkt des KNDS-Börsengangs könnten sich je nach Marktlage ändern, heißt es in dem Bericht weiter. Eine endgültige Entscheidung über den Zeitplan für den Börsengang sei noch nicht gefallen.

Panzerbauer-Börsengang später? Banken raten dazu
09:41 Uhr

Kursrutsch: Anleger werfen Bilfinger aus dem Depot

Im MDax rauschten die Aktien von Bilfinger nach einer Prognosesenkung um gut 26 Prozent in die Tiefe. Für 2026 rechnet der Industriedienstleister nur noch mit einem Umsatz von 5,3 bis 5,7 (bisher 5,4 bis 5,9) Milliarden Euro.

Kursrutsch: Anleger werfen Bilfinger aus dem Depot
09:32 Uhr

Warsh treibt den Dollar auf Sieben-Wochen-Hoch

Nach der Zinserhöhung der US-Notenbank Fed ist der Dollar gefragt. Der Dollar-Index notierte in der Spitze mit 100,37 Punkten auf dem höchsten Stand seit Ende Juli. Seit Wochenbeginn hat der Greenback rund 1,3 Prozent zugelegt. Fed-Chef Kevin Warsh habe restriktiver als erwartet geklungen, sagte Carol Kong, Währungsstrategin bei der Commonwealth Bank of Australia. "Dass er Hinweise auf zukünftige Zinserhöhungen gab, überraschte die Märkte." Das treibe den Dollar in die Höhe.

Warsh treibt den Dollar auf Sieben-Wochen-Hoch
09:21 Uhr

Dax macht Sprung nach oben

Der deutsche Leitindex startet erwartungsgemäß höher in den Handel. Der Dax legt 0,8 Prozent zu auf 25.745 Punkte. Für steigende Kurse an den Börsen in Europa sorgt der Rückgang beim Ölpreis. An der Wall Street schlug die erste Zinserhöhung der US-Notenbank Fed seit mehr als drei Jahren die Anleger hingegen in die Flucht. Das geldpolitische Vorgehen der großen Notenbanken steht auch heute im Fokus. Anders als zuletzt die Europäische Zentralbank (EZB) oder die Fed dürfte die Notenbank in London heute weiter stillhalten.

Größter Gewinner zum Auftakt sind BMW mit plus 2,2 Prozent, die rote Laterne halten Symrise mit minus 1,0 Prozent.

Mitten im Ringen um eine Sanierung von Europas größtem Autobauer Volkswagen trifft sich Vizekanzler und SPD-Co-Chef Lars Klingbeil mit Arbeitnehmervertretern am Stammwerk in Wolfsburg. Die Titel liegen aktuell mit 1,1 Prozent im Plus.

Dax macht Sprung nach oben
09:04 Uhr

Diesel so teuer wie nie

Nach Benzin ist jetzt auch Diesel in Deutschland so teuer wie nie zuvor. Gestern kostete ein Liter im bundesweiten Tagesschnitt 2,453 Euro und übertraf damit den bisherigen Rekord aus dem April um 0,6 Cent, wie aus Zahlen des ADAC hervorgeht. Benzin ist bereits seit Tagen auf Rekordniveau. Am Mittwoch erreichte es sein fünftes Hoch in Folge bei 2,314 Euro pro Liter. 

Die Spritpreise sind seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar außergewöhnlich hoch. Seit Ende August haben sie erneut deutlich zugelegt. Insgesamt ist Diesel derzeit knapp 71 Cent teurer als am letzten Tag vor Kriegsausbruch. E10 um knapp 54 Cent. Inflationsbereinigt waren die Kraftstoffe in der Vergangenheit allerdings bereits teurer.

Diesel so teuer wie nie
08:49 Uhr

Auftragspolster der Industrie so dick wie nie

Der Auftragsbestand der deutschen Industrie hat ein neues Allzeithoch erreicht. Der Bestand an offenen Bestellungen wuchs im Juli inflationsbereinigt um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. Die Auftragsbücher sind demnach aktuell so prall gefüllt wie noch nie seit Beginn dieser Statistik im Jahr 2015. Verglichen mit dem Vorjahresmonat legte der Bestand um 10,9 Prozent zu.

Das neue Allzeithoch ist laut Destatis überwiegend auf den hohen Auftragsbestand im Bereich "Sonstiger Fahrzeugbau" zurückzuführen. Dazu gehören Flugzeuge, Schiffe, Züge und auch Militärfahrzeuge. Ohne die Berücksichtigung des "Sonstigen Fahrzeugbaus" lag der Auftragsbestand deutlich unterhalb seines Höchststandes.

"Wegen des Fiskalpakets strahlt die Sonne bei der Auftragslage", sagte der Chefvolkswirt der Bank Bethmann HAL, Alexander Krüger, mit Verweis auf die staatlichen Investitionen in Infrastruktur und Sicherheit. Viel werde hier davon abhängen, ob Unternehmen Kapazitäten jetzt auch stärker auslasteten: "Die Rüstungsindustrie könnte den Anstoß für mehr Produktion auch in anderen Bereichen geben", meint der Experte.

Im Juli stieg die Reichweite des Auftragsbestands erstmals seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2015 auf 9,0 Monate, wie Destatis mitteilte. Im Juni lag dieser Wert noch bei 8,9 Monaten. Die Reichweite gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne Neugeschäft theoretisch produzieren müssten, um vorhandene Bestellungen abzuarbeiten.

Auftragspolster der Industrie so dick wie nie
08:31 Uhr

Anleger dürften Bilfinger für Prognosesenkung abstrafen

Händler erwarten Druck auf Bilfinger nach der gesenkten Prognose des Industriedienstleisters. Der Mannheimer Industriedienstleister hat die Hoffnung auf eine Aufholjagd im zweiten Halbjahr aufgegeben und am Vorabend angekündigt, weltweit 1500 Arbeitsplätze zu streichen.

Der Krieg hatte Bilfinger in diesem Jahr gebremst. Die Entwicklung sei im Sommer deutlich hinter den ursprünglichen Annahmen zurückgeblieben, weil der Iran-Krieg länger dauere als gedacht, räumte Bilfinger ein. Während die Umsatzprognose nur leicht gesenkt wurde, ging es bei der erwarteten Ebita-Marge kräftig nach unten auf 3,2 bis 3,6 von 5,8 bis 6,2 Prozent. Stützen dürfte allerdings, dass die Mittelfristziele bis 2030 bestätigt wurden.

Vorstandschef Thomas Schulz hatte auf eine Belebung des Geschäfts gesetzt, etwa durch den Wiederaufbau der Infrastruktur im Nahen Osten. Die Kunden hätten sich aber auch im dritten Quartal zurückgehalten - sowohl bei Neuaufträgen als auch beim Abruf von Leistungen aus bestehenden Rahmenverträgen. Das drücke auf die Renditen, weil Mitarbeiter nicht ausgelastet seien.

Anleger dürften Bilfinger für Prognosesenkung abstrafen
08:11 Uhr

Ölpreis fällt den zweiten Tag in Folge

Am Ölmarkt geben die Preise für Brent und WTI erneut leicht nach. Die Notierungen für das Nordsee- und das US-Öl fallen in der Spitze um mehr als ein Prozent auf 104,21 beziehungsweise 101,07 Dollar je Fass. Beide Kontrakte waren am Mittwoch bereits um etwa drei Dollar gefallen.

Berichte über alternative Lieferwege für Ölexporte aus Saudi-Arabien dämpften die Sorgen der Anleger über das Ausmaß der Versorgungsengpässe durch den Konflikt in Nahost. Etwas Hoffnung macht zudem, dass US-Präsident Donald Trump am Mittwoch erneut ein baldiges Ende des Iran-Krieges in Aussicht stellte. Nach der jüngsten Eskalation in dem Konflikt waren die Ölpreise Anfang der Woche auf den höchsten Stand seit vier Monaten gestiegen.

Ölpreis fällt den zweiten Tag in Folge
07:56 Uhr

"Tag nach der Fed-Sitzung ist fast immer volatil"

Händler rechnen an den Börsen in Europa mit einem freundlichen Start. Die Dax-Terminkontrakte liegen 144 Punkte höher. Treiber ist die Entscheidung der US-Notenbank, den Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte zu erhöhen. Ob die Börsen darauf nachhaltig im Plus bleiben, sei aber offen. "Am Tag nach einer Fed-Entscheidung ist es fast immer volatil", kommentiert ein Händler. Hinzu komme, dass am Freitag der Große Verfalltag an den internationalen Terminbörsen sei und Positionen angepasst werden müssten. Die Vorzeichen für die kommende Woche stünden dann aber auf Grün, einer Erleichterungsrally an den Aktien- und Anleihmärkten stehe nichts im Weg.

Die überwiegende Zahl der Analysten und Volkswirte kommentieren, dass der Hauptgrund für die Zinserhöhung der Fed die Aufrechterhaltung der eigenen Glaubwürdigkeit bei der Inflationsbekämpfung gewesen sei, so unter anderem Christian Scherrmann, Chefökonom USA bei DWS und Jean Boivin vom BlackRock Investment Institute. Bemerkenswert sei, dass die Entscheidung einstimmig gefallen sei, hebt Thomas Altmann von QC Partners hervor. Die Fed sende damit ein Zeichen der Geschlossenheit, auch an Präsident Donald Trump.

"Tag nach der Fed-Sitzung ist fast immer volatil"
07:32 Uhr

US-Behörde knöpft sich Teslas Robotaxi ohne Bremspedal vor

Elon Musks Elektroautobauer Tesla hat Ärger mit der US-Verkehrsaufsicht nach dem Betriebsstart seines Robotaxis Cybercab ohne Lenkrad und Pedale. Die Behörde NHTSA verweist in einem Fragenkatalog unter anderem auf die Regel, dass Fahrzeuge im US-Straßenverkehr eine per Fuß bedienbare Bremse haben müssen - und will wissen, wie ein Cybercab ohne Pedale dieser Sicherheitsvorschrift entsprechen kann. Für eine Antwort bekam Tesla Zeit bis Ende September. Bei fortlaufender Regelverletzung drohen Strafen von bis zu 139 Millionen Dollar (121 Millionen Euro).

Tesla hatte nach einem in den USA üblichen Verfahren vor dem Betriebsstart einiger Cybercabs im texanischen Austin Anfang September selbst versichert, dass die Fahrzeuge den gängigen Verkehrssicherheits-Vorschriften entsprechen. Die NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) hatte sofort Fragen dazu. Denn eigentlich müssen alle Wagen auf US-Straßen ein Lenkrad und Pedale haben. Der führende Robotaxi-Anbieter Waymo etwa behielt die Steuerelemente in tausenden seiner Fahrzeuge bei, die ohne einen Menschen am Steuer unterwegs sind. Zum Beispiel Polizei oder Feuerwehr können darauf bei Bedarf zurückgreifen.

US-Behörde knöpft sich Teslas Robotaxi ohne Bremspedal vor
07:24 Uhr

BYD plant drei Fahrzeugwerke in Europa

Der chinesische Autobauer BYD benötigt für seine Wachstumspläne in Europa langfristig drei Fahrzeugwerke und eine Batteriefabrik. Dies sagte der Europa-Sonderberater des Unternehmens, Alfredo Altavilla, bei einer Präsentation in Turin. Um die anvisierten Volumenziele zu erreichen und gleichzeitig die Vorschriften der Europäischen Union (EU) einzuhalten, sei dieser Ausbau notwendig, erklärte er. Dies werde jedoch nicht über Nacht geschehen.

Derzeit fährt BYD die Produktion in seinem ersten europäischen Werk in Ungarn hoch. Eine Entscheidung über einen zweiten Produktionsstandort werde bis Ende des Jahres erwartet, sagte Altavilla weiter. Das Unternehmen wolle dafür lieber eine bestehende Anlage übernehmen und umrüsten, anstatt ein komplett neues Werk zu bauen. Zu den bevorzugten Standorten zählten dabei Spanien und Frankreich.

BYD plant drei Fahrzeugwerke in Europa
07:12 Uhr

Apfelkorn goes America? Whiskey-Hersteller will Berentzen übernehmen

Der deutsche Spirituosenhersteller Berentzen könnte bald aus den Vereinigten Staaten geführt werden. Wie der Finanzdienst Bloomberg berichtet und das Unternehmen am späten Dienstagabend per Ad-hoc-Mitteilung bestätigt hat, befindet sich die Berentzen-Gruppe aus dem niedersächsischen Haselünne in Verhandlungen über ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot. Interessent ist das US-Schwergewicht Sazerac Company mit Sitz in New Orleans.

Sazerac ist bekannt für Marken wie Southern Comfort Whiskey und Buffalo Trace Bourbon. Der Konzern hat laut "Wall Street Journal" in diesem Jahr bereits versucht, den Jack-Daniel's-Hersteller Brown-Forman für rund 15 Milliarden Dollar zu übernehmen. Nachdem dieser Versuch scheiterte, kaufte Sazerac zuletzt die britische Marke Au Vodka für umgerechnet rund 350 Millionen Euro.

Für Berentzen kommt das Interesse zu einem schwierigen Zeitpunkt. Der Hersteller von Berentzen Apfelkorn, Puschkin Vodka und Hansen Rum leidet unter einer schwachen Nachfrage nach Alkohol. Im ersten Halbjahr schrumpfte der Umsatz um elf Prozent auf 71 Millionen Euro, der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern brach um mehr als 80 Prozent auf rund 600.000 Euro ein. Die Jahresziele wurden nach unten korrigiert. Zuletzt war das Unternehmen an der Börse nur noch rund 35 Millionen Euro wert.

Die Nachricht sorgt am Morgen für einen Kurssprung. Die Aktie legte im frühen Handel an der Börse Hamburg um rund 24 Prozent auf 4,31 Euro zu und erreichte damit ein neues Jahreshoch. Das bisherige Zwölf-Monats-Hoch lag bei 4,10 Euro. Ob die Verhandlungen tatsächlich zu einer Einigung führen, ist nach Angaben des Unternehmens jedoch noch offen.

Apfelkorn goes America? Whiskey-Hersteller will Berentzen übernehmen
06:56 Uhr

Asien-Börsen suchen Richtung

An den Börsen in Asien zeigt sich am Morgen keine einheitliche Tendenz. Während etwa die Aktienmärkte in Tokio, Südkorea und Sydney von dem wieder gesunkenen Ölpreis profitieren, geht es an den chinesischen Börsen mit den Kursen nach unten. Marktteilnehmer verweisen auf die zuletzt überwiegend schwachen chinesischen Konjunkturdaten. Der Composite-Index in Shanghai fällt um 0,4 Prozent. Der Hang-Seng-Index in Hongkong gibt um 0,8 Prozent nach. Nachdem die US-Notenbank am späten Mittwoch den Leitzins um 25 Basispunkte angehoben hatte, zog die Hong Kong Monetary Authority HKMA am Donnerstag direkt nach und erhöhte ebenfalls die Zinsen. Der Hongkong-Dollar ist an den US-Dollar gekoppelt.

Die Zinserhöhung der US-Notenbank entsprach den Markterwartungen. Allerdings wurden die Kommentare des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh im Anschluss an den Entscheid als Andeutung weiterer Zinserhöhungen interpretiert. So habe er die hartnäckig hohe Inflation hervorgehoben. Die US-Börsen gerieten daraufhin unter Druck; die Anleiherenditen verharrten auf ihrem erhöhten Niveau. Nun warten Anleger heute gespannt auf die Zinsentscheidungen der Bank of England und der Bank of Japan am Freitag.

In Tokio gewinnt der Nikkei-225-Index derweil 0,5 Prozent. Der breiter gefasste Topix rückt um 0,8 Prozent vor. Der Kospi steigt in Seoul um 0,9 Prozent. Der Preis für ein Barrel Brentöl steht aktuell bei knapp 106 Dollar. Am Vortag kostete Brent zeitweise über 108 Dollar, ehe der Preis deutlicher unter Druck geriet. Ursächlich waren zum einen offizielle Daten zu den US-Rohölvorräten. Diese waren in der Vorwoche weniger stark gesunken als angenommen. Marktteilnehmer berichteten zudem von wiedererwachten Hoffnungen auf diplomatische Lösungen im Nahostkonflikt und ein Ende der Versorgungsengpässe.

Asien-Börsen suchen Richtung
06:30 Uhr

Das wird für den Dax heute wichtig

Vor der US-Zinsentscheidung am Abend hat der deutsche Aktienmarkt gestern etwas Auftrieb erhalten. Eine Erhöhung der Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte galt als eingepreist. Moderat positive Impulse lieferten die wieder gesunkenen Ölpreise, wenngleich es keine wirklichen Fortschritte bei der Lösung der Konflikte im Nahen Osten gibt. Immerhin stellte US-Energieminister Chris Wright eine schnelle Wiederinbetriebnahme einer wichtigen Ölpipeline in Saudi-Arabien in Aussicht.

Der Dax stand am Ende 0,53 Prozent im Plus bei 25.537,75 Punkten und bewegte sich damit weiterhin über der 100-Tage-Durchschnittslinie, die als Indikator für den mittel- bis längerfristigen Trend gilt. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen legte um 0,45 Prozent auf 31.276,77 Zähler zu.

Und was wird heute für den Dax wichtig? Mitten im Ringen um eine Sanierung von Europas größtem Autobauer trifft sich Vizekanzler und SPD-Co-Chef Lars Klingbeil mit Arbeitnehmervertretern am Stammwerk in Wolfsburg. Im Anschluss an die Gespräche will er sich gemeinsam mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies (SPD) und VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo äußern. Beide sitzen im Aufsichtsrat von Volkswagen. Der hatte Anfang September einen Sparplan beschlossen, der den Abbau von rund 50.000 Stellen umfasst und vier deutsche VW-Werke auf den Prüfstand stellt.

Im Streit um schärfere Kapitalvorschriften steht für die Schweizer Großbank UBS eine wichtige Abstimmung in der kleinen Parlamentskammer (Ständerat) an. Die Regierung in Bern will dem Institut nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse zusätzliche Kernkapitalanforderungen von rund 20 Milliarden Dollar aufbürden, was die Bank strikt ablehnt. Bei dem Votum zeichnet sich nun neuer Gegenwind für das Geldhaus ab: Vertreter der FDP wollen das Vorhaben voraussichtlich an die Regierung zurückweisen, anstatt über einen für die UBS wesentlich sanfteren Gegenvorschlag abzustimmen.

Die Notenbank in London dürfte trotz des anhaltenden Inflationsschubs weiter stillhalten. Experten erwarten, dass die Bank of England (BoE) den Leitzins bei 3,75 Prozent belässt. Ein Großteil der Ökonomen geht davon aus, dass die Zentralbank bis zum Jahresende in Wartestellung bleibt. Trotz der zuletzt hohen Inflation von 2,9 Prozent sehen viele Experten derzeit keine Anzeichen dafür, dass der Ölpreisschub das Preisgefüge nachhaltig verändert und damit die BoE auf den Plan rufen würde.

Die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi hat eine Umbildung ihres Kabinetts angekündigt. Dabei dürfte sie ihren finanzmarkterfahrenen Finanzminister Satsuki Katayama im Amt belassen, um zu verhindern, dass ihre umfangreichen Ausgabenpläne einen weiteren Ausverkauf beim Yen und bei Staatsanleihen auslösen. Im Fokus steht die Zukunft des auf Wachstum ausgerichteten Wirtschaftsministers Minoru Kiuchi. Wenn auch dieser im Amt bliebe, sähen Analysten dies als Zeichen dafür, dass die Regierungschefin an ihrer expansiven Geld- und Fiskalpolitik festhält.

Das wird für den Dax heute wichtig