Baden-WürttembergRavennaschlucht-Tickets bis zu viermal teurer im Netz

Die 100.000 Tickets für den Weihnachtsmarkt in der Ravennaschlucht waren in sechs Stunden weg. Nun tauchen Karten zu stark überhöhten Preisen im Netz auf – der Anbieter will das nicht hinnehmen
Breitnau (dpa/lsw) - Die 100.000 Tickets für den Weihnachtsmarkt in der Ravennaschlucht sind ruckzuck ausverkauft gewesen - nun werden Hunderte Karten im Netz zu deutlich überhöhten Preise zum Kauf angeboten. "Uns sind diese Angebote zwischenzeitlich zur Kenntnis gelangt. Es handelt sich dabei unserer Einschätzung nach um Angebote von Schwarzmarkthändlern, die ohne unser Wissen und ohne unsere Zustimmung veröffentlicht wurden", teilte der Ticketanbieter Reservix mit. "Wir gehen derzeit von mehreren Hundert Tickets aus."
Teils viermal so teuer im Netz
Eigentlich kostet ein Standardticket für Erwachsene inklusive Shuttle zwischen 7,50 und 9,50 Euro. Auf der Plattform Ebay-Kleinanzeigen war aber etwa ein Angebot über vier Karten für insgesamt 160 Euro zu finden, ein anderer Anbieter verkauft zwei für 80 Euro. Eine weitere Person will für zwei Karten 50 Euro haben - Verhandlungsbasis.
Um den Weihnachtsmarkt in der Schlucht mit seiner spektakulären Kulisse ist ein regelrechter Hype entstanden. Reservix betonte, man werde die auf dem Schwarzmarkt angebotenen Tickets systematisch identifizieren und verhindern, dass die Käufer damit Zutritt zu dem Markt bekämen. Zuvor hatte die "Badische Zeitung" berichtet.
Erste Käufer kontaktiert - Strafanzeige geplant
Erste Käufer seien schon kontaktiert und die Buchungen storniert worden, so Reservix. "Der effektivste Weg ist aber, die betroffenen Tickets zu sperren und die Zutrittsberechtigung sämtlicher Tickets ausnahmslos (technisch) zu prüfen." Man werde außerdem Strafanzeige stellen, "sobald wir die Vorgänge in den nächsten Tagen beziehungsweise Wochen abschließend geprüft haben".
Schwarzmarkt-Déjà-vu
Dass völlig überteuerte Ticketpreise für den Markt verlangt werden, ist für die Hochschwarzwald Tourismus GmbH nichts Neues, wie eine Sprecherin sagte. Das sei auch im vergangenen Jahr so gewesen. Man habe versucht, die Käufer zu kontaktieren und einzelne Tickets auch storniert.
Damals sei man noch selbst für den Verkauf der begehrten Karten zuständig gewesen. Wegen des immensen Andrangs - 2025 war deswegen sogar die Website von Schwarzwald Tourismus zusammengebrochen - sei der Verkauf in diesem Jahr erstmals an einen externen Anbieter ausgelagert worden, sagte sie.
Der Vorverkauf für die erstmals auf 100.000 aufgestockten Tickets hatte am 14. Oktober begonnen; innerhalb von sechs Stunden waren alle Karten weg. Im Vorjahr hatten nur 75.000 Karten zur Verfügung gestanden. Auch sie waren allesamt am ersten Tag des Vorverkaufs gebucht worden.