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Hamburg & Schleswig-HolsteinEiderdamm Nord verstärkt – Sicherheit für 5.000 Hektar Küste

23.09.2026, 10:31 Uhr
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Weshalb der verstärkte Eiderdamm Nord vor Sturmfluten besser schützt und wie die Region von den Maßnahmen profitiert.

Tönning (dpa/lno) - Fit für die Zukunft: Die Verstärkung des Damms nördlich des Eidersperrwerks ist pünktlich zur diesjährigen Sturmflutsaison abgeschlossen. Mit dem Ausbau des Eiderdamms Nord habe die gesamte Region an Sicherheit dazu gewonnen, sagte Küstenschutzminister Tobias Goldschmidt (Grüne) anlässlich der Eröffnung.

"Der Klimawandel ist real und seine Folgen sind unübersehbar. Der Meeresspiegel ist gestiegen und Sturmfluten treffen uns immer häufiger", sagte Goldschmidt. "Den Schutz unserer Küsten müssen wir an diese Herausforderungen anpassen." Der Eiderdamm Nord schützt den Angaben zufolge eine Fläche von 5.000 Hektar und Sachwerte in Höhe von rund 175 Millionen Euro.

Um die Westküste Schleswig-Holsteins in Zeiten steigender Meeresspiegel vor Sturmfluten und Überflutungen zu schützen, wurde der Eiderdamm Nord in den vergangenen Jahren verstärkt und auf das Schutzniveau eines Klimadeichs ausgebaut. Die Gesamtkosten für die Deichverstärkung am Eiderdamm Nord betragen rund 30 Millionen Euro. Der Landesschutzdeich wurde auf einer Gesamtlänge von 3,85 Kilometern zu einem modernen Klimadeich mit einer durchgehenden Höhe von neun Metern Normalhöhennull (NHN) ausgebaut.

Klimadeiche besitzen die baulichen Voraussetzungen, um durch weitere Deichverstärkungsarbeiten einen zusätzlichen Meeresspiegelanstieg auszugleichen. Am Eiderdamm Nord erfolgt die Baureserve nicht wie üblich mit einer Kappe, sondern durch die Anordnung höherer Störsteine beziehungsweise Wellenabweiser an der Deichkrone.

Belastungen durch Wind und Wellen hatten Folgen

Seit seiner Erstellung vor 53 Jahren hat der Eiderdamm Nord nach Angaben des Umweltministeriums vielen Sturmfluten getrotzt. Die ständig einwirkenden Belastungen durch Wind und Wellen seien jedoch nicht ohne Folgen geblieben. Der Damm wies gravierende Schäden in seiner Asphaltdecke auf. An der gesamten Oberfläche waren Risse an den Quer- und Längsfugen, sodass Sand ausgetragen wurde und der Deich über die Jahre abgesackt ist.

Der Damm südlich des Sperrwerks wurde bereits vor einigen Jahren saniert. Ebenso das Sperrwerk selbst. Das Eidersperrwerk gilt nach Angaben der Nationalparkverwaltung als größtes Küstenschutzbauwerk Deutschlands. Unter anderem 48.000 Kubikmeter Beton, 7.000 Kubikmeter Spannbeton, 6.000 Tonnen Stahl sowie 95.000 Tonnen Felsbruchsteine wurden darin verarbeitet.

Anlass für den Bau des Bollwerkes im Mündungstrichter der Eider war die schwere Sturmflut von 1962 in Hamburg und an der Nordseeküste. Das 4,8 Kilometer lange Bollwerk im Mündungstrichter der Eider ersetzt 60 Kilometer alte und weit ins Binnenland reichende Flussdeiche.

Quelle: dpa

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