Nordrhein-WestfalenForsa: CDU verliert Wähler in NRW - AfD und Linke legen zu

Die CDU verliert in NRW weiter an Zustimmung. Mit Hendrik Wüst an der Spitze könnte es bei der Landtagswahl laut Umfrage noch für eine Mehrheit reichen. Bei einer Bundestagswahl sähe es anders aus.
Köln (dpa/lnw) - Die AfD wäre einer Forsa-Umfrage zufolge bei einer Bundestagswahl im Moment stärkste Kraft in Nordrhein-Westfalen. Anders sähe es bei einer Landtagswahl aus: Dort hätte die CDU trotz deutlicher Verluste weiterhin die Nase vorn, heißt es in der Umfrage im Auftrag des "Kölner Stadt-Anzeigers".
Die aktuelle schwarz-grüne Landesregierung käme laut Forsa weiterhin auf eine Mehrheit im Landtag des bevölkerungsreichsten Bundeslandes. Zwar verlor die NRW-CDU zuletzt an Zustimmung bei den Wählern, dafür legten die Grünen wieder deutlich zu.
Für die Umfrage wurden 1030 Wahlberechtigte in Nordrhein-Westfalen befragt. Die Erhebung fand in der Zeit vom 7. bis zum 18. September statt, also nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, aber vor den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.
Wahlumfragen sind immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Das Institut gibt eine statistische Fehlertoleranz von plus/minus 2,5 Prozentpunkten an. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.
Wüst-CDU bliebe stärkste Kraft bei Landtagswahl
Sieben Monate vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gaben noch 29 Prozent der Menschen an, sie würden ihr Kreuzchen im Moment bei der CDU machen. Es ist das erste Mal seit 2022, dass die Partei von Ministerpräsident Hendrik Wüst in einer Sonntagsfrage zur Landtagswahl unter die Marke von 30 Prozent rutscht. Die AfD käme auf 22 Prozent der Stimmen, rund viermal so viel wie bei der vergangenen Landtagswahl 2022.
Die Grünen legten im Vergleich zu den vergangenen Umfragen wieder zu und kämen auf 18 Prozent. Die aktuelle schwarz-grüne Landesregierung hätte damit eine knappe Mehrheit der Sitze im Landtag.
Die SPD würden 14 Prozent der Menschen wählen. Die Linke käme auf 8 Prozent und wäre damit zum ersten Mal seit 2012 wieder im Landtag vertreten. Die FDP würde dem Landesparlament mit 3 Prozent der Stimmen nicht mehr angehören.
Forsa: Bei Bundestagswahl wäre die AfD vorn
Die Meinungsforscher haben auch das Wahlverhalten der Menschen in Nordrhein-Westfalen abgefragt, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre. Dort sehen die Ergebnisse deutlich anders aus: Die AfD wäre mit 24 Prozent stärkste Kraft, gefolgt von der CDU mit 22 Prozent und den Grünen mit 18 Prozent. Die SPD würde mit 14 Prozent knapp vor der Linken (12 Prozent) liegen. Der FDP würden noch 3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme geben.
Unmut über Merz - viel Rückhalt für Wüst
Dass die CDU in Nordrhein-Westfalen bei einer Bundestagswahl so viel schlechter abschneiden würde als bei einer Landtagswahl, führt Forsa-Gründer Manfred Güllner im "Kölner Stadt-Anzeiger" vor allem auf die Unzufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zurück. Mit dem Politiker aus dem Sauerland sind der Erhebung zufolge nur noch 11 Prozent der NRW-Wähler zufrieden, 87 Prozent äußerten sich hingegen unzufrieden.
Selbst bei den CDU-Anhängern äußerten sich nur 36 Prozent zufrieden, 64 Prozent sind unzufrieden mit Merz. Damit werde der Kanzler in seinem Heimat-Bundesland noch kritischer beurteilt als im Bundesdurchschnitt, betonte Güllner.
Bei Hendrik Wüst hingegen fällt das Stimmungsbild deutlich besser aus: Mit dem Ministerpräsidenten und CDU-Landeschef sind 46 Prozent der Befragten zufrieden, 37 Prozent äußerten sich unzufrieden.