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Hamburg & Schleswig-HolsteinNordkirche entscheidet über ihre neue Führungsstruktur

23.09.2026, 05:01 Uhr
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Für drei Tage kommt die Synode der Nordkirche in Travemünde zusammen. Auf der Tagesordnung stehen wichtige Entscheidungen für die Zukunft. Auch die aktuelle politische Situation spielt eine Rolle.

Travemünde (dpa/lno) - Auf ihrer dreitägigen Synode in Lübeck-Travemünde steht die Nordkirche nach eigenen Angaben vor mehreren Richtungsentscheidungen. Zum Auftakt am Donnerstag beraten die Synodalen etwa über die Frage, wie die Nordkirche in Zukunft geleitet werden soll.

Der Hintergrund: Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt geht zum 1. Oktober 2027 mit 63 Jahren in den vorzeitigen Ruhestand. Die Synode diskutiert über "Eckpunkte für eine künftige Ausgestaltung der bischöflichen Dienste, die stärker auf eine gemeinsame geistliche Leitung ausgerichtet ist", sagt Anja Fährmann, Präses der Landessynode der Nordkirche.

Angesichts eines drastischen Mitgliederschwundes ist die Nordkirche zum Sparen gezwungen. Bei ihrer Gründung im Jahr 2012 zählte die Nordkirche insgesamt mehr als 2,25 Millionen Mitglieder. Heute sind es nur noch gut 1,58 Millionen.

Sinkende Mitgliederzahlen haben Folgen für finanzielle Lage

Der Rückgang der Mitgliederzahlen wirke sich selbstverständlich auch auf die finanziellen Rahmenbedingungen der Nordkirche aus, sagt Fährmann. "In unserer Haushaltsplanung berücksichtigen wir diese langfristigen Veränderungen und setzen klare Schwerpunkte, damit wir unseren Auftrag unter veränderten Bedingungen verlässlich wahrnehmen können."

Die Nordkirche ist in drei Sprengel untergliedert - Schleswig und Holstein, Hamburg und Lübeck sowie Mecklenburg und Pommern. Jeder Sprengel wird von einer Bischöfin oder einem Bischof geleitet. Gemeinsam mit der Landesbischöfin bilden sie bisher den Bischofsrat.

Debatte über Folgen der Wahlergebnisse

Die Synode diskutiert auch die aktuelle politische Situation. Bischof Tilman Jeremias aus dem Sprengel Mecklenburg und Pommern will in einem Bericht auf die Ergebnisse der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern und das Erstarken der AfD eingehen.

In einem Antrag des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises wird die Landessynode um eine Prüfung gebeten, ob Personen aus Parteien oder Organisationen, die dem christlichen Menschenbild widersprechen, kirchliche Leitungsämter übernehmen können.

"Die Nordkirche steht für die unveräußerliche Würde jedes Menschen, für Nächstenliebe und für eine demokratische Kultur, die Menschen schützt und beteiligt", erklärt Fährmann. "Wo politische Positionen diesen Grundwerten widersprechen, sprechen wir das klar aus." Die Nordkirche engagiere sich seit vielen Jahren für Menschen auf der Flucht - durch Beratung, Seelsorge, Unterkünfte und die Unterstützung von Gemeinden und diakonischen Einrichtungen.

Beim sogenannten Mitarbeitsanforderungsgesetz entscheiden die Synodalen über die Frage, wann und in welchen Aufgabenfeldern eine Kirchenmitgliedschaft für Beschäftigte der Nordkirche erforderlich ist. Bei den Regelungen für die Kirchengemeinderatswahl geht es unter anderem um die Frage, wie Interessierten eine Mitarbeit "auf Probe" ermöglicht werden kann. Die Synode endet am Samstag.

Quelle: dpa

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