HessenJagdzeit ohne Abschuss von Jungwölfen beendet

Zwei Jungwölfe sollten im Lahn-Dill-Kreis erlegt werden – doch die Jagdzeit ist vorbei, ohne dass ein Tier geschossen wurde. Wie geht es nun weiter?
Greifenstein (dpa/lhe) - Nach dem Ende der Jagdzeit ist die Zukunft der Greifensteiner Wölfe wieder offen. Innerhalb der am Samstag abgelaufenen Jagdzeit seien nicht wie vorgesehen zwei Jungwölfe aus dem Rudel erlegt worden, sagte ein Sprecher des Regierungspräsidiums Kassel der Deutschen Presse-Agentur. Im kommenden Jahr erfolgt vor Beginn einer neuen Jagdzeit eine neue Bewertung. Dabei würden Prognosen zum erwarteten Nachwuchs zugrundegelegt, wie ein Sprecher des beim Landesbetrieb HessenForst angesiedelten Wolfszentrums sagte. "Die Beteiligten hoffen darauf, dass sich der Umgang mit dem Wolf normalisiert."
Erst Ende September hatte der Hessische Verwaltungsgerichtshof nach einem juristischen Tauziehen endgültig grünes Licht für den Abschuss von zwei Jungwölfen im Lahn-Dill-Kreis gegeben. Damit hatte der VGH die Beschwerden dreier Umwelt- und Naturschutzvereinigungen zurückgewiesen, die mit Eilanträgen gegen zwei vorherige Beschlüsse des Verwaltungsgerichts Kassel vorgegangen waren, um Abschüsse zu verhindern.
Basis für den eigentlich geplanten Abschuss war eine Allgemeinverfügung des Regierungspräsidiums Kassel (RP) zum "revierübergreifenden Managementplan für das Land Hessen im Jagdjahr 2026/2027". Sie hatte für die Jagdzeit vom 1. Juli bis 31. Oktober im Lahn-Dill-Kreis den Abschuss von insgesamt vier Jungwölfen erlaubt. Weil auf diese Zahl zwei tot aufgefundene Wölfe angerechnet wurden, galt die Abschussfreigabe für zwei Jungwölfe.
Derweil ist ein potenzieller Abschuss eines erwachsenen Wolfs zur Schadensabwehr für dieses Jahr nicht vom Tisch. Nach mehreren Rissvorfällen im Wolfsterritorium Greifenstein war darauf hingewiesen worden, dass nun auch das Bundesjagdgesetz greife, das für einen entsprechenden Abschuss die Rechtsgrundlage bilde. Ein solcher könnte auch außerhalb der Jagdzeit stattfinden.