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HessenSchüler zu Lehrermangel: KI dient teils als Ersatzlehrkraft

28.10.2026, 14:08 Uhr
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(Foto: Jens Albes/dpa)

Die Landesvertretung der hessischen Schüler hat rund 16.000 Mädchen und Jungen befragt. Was sagen sie zu KI, Cybermobbing, sozialen Medien und Leistungsdruck im Schulalltag?

Wiesbaden (dpa/lhe) - KI ersetzt laut Hessens "Landesschüler*innenvertretung" (LSV) längst teils fehlende individuelle Erklärungen im Unterricht wegen voller Klassen, ausgefallener Stunden und Lehrermangels. Künstliche Intelligenz dürfe aber keinesfalls als "Ersatzlehrkraft" fungieren, mahnte die LSV in Wiesbaden.

64 Prozent der Schülerinnen und Schüler im Land nutzen laut einem aktuellen Stimmungsbild KI für Erläuterungen zu Unterrichtsthemen, 54 Prozent für Unterstützung bei Hausaufgaben und 49 Prozent für das Zusammenfassen von Texten. 22 Prozent haben sich schon Hausaufgaben komplett von KI erledigen lassen.

Cybermobbing

Das geht aus einer Onlinebefragung der hessischen Schüler von März bis Juni 2026 im Auftrag der "Landesschüler*innenvertretung" (LSV) hervor. Das Institut für Marketing und Controlling (IMC) in Aachen befragte dazu nach eigenen Angaben die landesweit 571.962 Schüler ab der fünften Klasse. 15.978 und damit 2,79 Prozent antworteten. Laut IMC ist das Stimmungsbild damit repräsentativ.

5 Prozent der befragten Mädchen und Jungen waren nach eigenen Angaben in den vorangegangenen zwölf Monaten von Cybermobbing betroffen, 15 Prozent kennen Opfer dieser Art. Weitaus mehr Schüler aber haben laut der LSV längst Erfahrungen mit verstörenden Inhalten aller Art in sozialen Medien gemacht.

Deepfakes

Nur 16 Prozent fühlen sich von Lehrern ausreichend aufgeklärt über Cybermobbing etwa mit Beleidigungen, Ausgrenzungen und Deepfakes, also KI-manipulierten Bildern und Videos. 23 Prozent berichten, nie von Lehrern darüber informiert worden zu sein. Die LSV forderte hier mehr dauerhaft in Schulen verankerte Prävention.

Fester Bestandteil im Leben der meisten Schüler sind längst sozialen Medien: 87 Prozent nutzen YouTube täglich, Instagram 64 Prozent, Snapchat 60 Prozent und TikTok 59 Prozent. 36 Prozent sind mehr als vier Stunden pro Tag in sozialen Medien unterwegs. Dabei zeigen sich Unterschiede bei den Schulformen: An Hauptschulen verbringen 27 Prozent sogar mehr als sechs Stunden täglich bei Social Media, an Gymnasien sind es nur 8 Prozent.

Lernen bis spät in die Nacht

Die Zahlen beim schulischen Leistungsdruck nannte die LSV alarmierend: 64 Prozent machen sich der Befragung zufolge oft oder manchmal Sorgen wegen schlechter Noten, bei 53 Prozent führt das Lernen bis spät in die Nacht häufig oder mitunter zu weniger und schlechterem Schlaf. Die LSV kritisierte, es gebe in Hessen viel zu wenige Schulpsychologen, die zudem nicht niedrigschwellig in Schulen zu erreichen seien, sondern fernab in Schulämtern arbeiteten.

Von den 15.978 Schülern, die an der Online-Befragung teilgenommen haben, gehen gut die Hälfte aufs Gymnasium und nur drei Prozent auf die Hauptschule, die Beteiligung der anderen Schulformen liegt dazwischen. Laut der LSV wurden diese Unterschiede mathematisch gemäß der amtlichen Schülerstatistik gewichtet, um repräsentative Ergebnisse zu bekommen.

Schülervertretung fordert Verbesserungen

Die Online-Befragung wurde nach Angaben der Schülervertretung vom Kultusministerium organisatorisch und finanziell unterstützt - sie habe 4.000 Euro gekostet. Die LSV forderte das Ministerium in Wiesbaden auf, konkrete Verbesserungen aus den detaillierten Ergebnissen abzuleiten.

Quelle: dpa

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