Mecklenburg-VorpommernGenauigkeit vor Schnelligkeit - So läuft die Auszählung

Das Auszählen der Stimmen in den Wahllokalen ist zeitaufwendig. Vor allem, wenn die Helfer sich verzählen.
Schwerin (dpa/mv) - Nach der Schließung der Wahllokale für Wähler um 18.00 Uhr geht die Arbeit für die Wahlhelfer erst richtig los. Die Auszählung der Stimmen kann Stunden dauern. Verzählen sich die Helfer, muss neu begonnen werden. "Bei der Ermittlung des Wahlergebnisses gilt der Grundsatz: Genauigkeit hat Vorrang vor Schnelligkeit", heißt es in der eigens für die Landtagswahl herausgegebenen Verwaltungsvorschrift des Schweriner Innenministeriums.
Die Auszählung ist eine öffentliche Angelegenheit. Wer möchte, kann im Wahllokal zuschauen - einzugreifen ist aber nicht erlaubt. Die Wahlvorstände sind "zur Vermeidung denkbarer Manipulationen" aufgefordert, die Zuschauer von den Unterlagen fernzuhalten. So könnten Tische als Begrenzung zum Publikum aufgestellt oder Wahlhelfer mit der Beaufsichtigung der Zuschauer beauftragt werden. "Alle Einschränkungen dürfen aber nur so weit gehen, als sie erforderlich sind, um die ordnungsgemäße Ergebnisermittlung zu gewährleisten", so die Verordnung.
Stapel
Zunächst wird ermittelt, wie viele Wähler da waren. Sind es weniger als 30, wird die Urne ungeöffnet in ein anderes Wahllokal gebracht und der Inhalt dort untergemischt - so soll die Anonymität der Wahl garantiert werden.
Dann werden die Wahlurnen geöffnet, ausgeschüttet und es beginnt die Auszählung. Die Stimmzettel werden aufgefaltet, gezählt und anschließend auf vier Stapel sortiert.
Auf einen kommen die Stimmzettel, auf denen die Partei des angekreuzten Wahlkreis-Bewerbers (Erststimme) und die angekreuzte Partei (Zweitstimme) übereinstimmen. Auf den zweiten Stapel kommen die Stimmzettel, auf denen die Parteizugehörigkeit nicht übereinstimmt oder nur eine Stimme abgegeben wurde. Auf den dritten Stapel kommen nicht gekennzeichnete Stimmzettel und auf den vierten solche, die keinem der anderen drei Stapel zuzuordnen sind "oder Anlass zu Bedenken geben", wie es in der Verordnung heißt.
Telefonmeldung
Nachdem die Stapel nochmals geprüft wurden, wird einer nach dem anderen ausgezählt, und zwar von je zwei Mitgliedern des Wahlvorstandes unter gegenseitiger Kontrolle. "Bei Zahlendifferenzen sind die Zählvorgänge zu wiederholen." Die Ergebnisse werden in Listen eingetragen.
Steht das Ergebnis fest, wird es mündlich im Wahlraum bekanntgegeben und dann telefonisch der Gemeindewahlbehörde gemeldet, die es weiterleitet. Danach müssen im Wahllokal alle Stimmzettel und Wahlscheine verpackt und der Gemeindewahlbehörde übergeben werden. Erst dann ist der Wahltag für die Helfer beendet.
Endergebnis nach Mitternacht
Die Ergebnisse aus den Regionen laufen unterdessen elektronisch bei der Landeswahlleitung zusammen, wo sie in Tabellen eingepflegt werden. Der Landeswahlleiter gibt dann das vorläufige Endergebnis für das ganze Land bekannt. Bei der Landtagswahl 2021 - sie fand zusammen mit der Bundestagswahl statt - war dies erst weit nach Mitternacht der Fall.