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SachsenInvestorenplan am Fichtelberg - Linke spricht von Erpressung

29.09.2026, 14:38 Uhr
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Seit langem wird um die Modernisierung von Sachsens größtem Skigebiet am Fichtelberg gerungen. Das aktuelle Vorgehen des Investors stößt jedoch auf scharfe Kritik.

Oberwiesenthal/Dresden (dpa/sn) - Der Linke-Landtagsabgeordnete Rico Gebhardt kritisiert das Vorgehen der Investorenfamilie Gläß in Oberwiesenthal als "erpresserisch". Konkret geht es um einen Aktionsplan zur touristischen Weiterentwicklung des Fichtelbergs vor allem mit Blick auf die dringend erforderliche Modernisierung des Skigebiets.

Die für die Öffentlichkeit unter Verschluss gehaltenen Unterlagen waren erst am Montagnachmittag der Stadt und den Stadträten übergeben worden. In einer Presseerklärung dazu heißt es: "Für die Stadtratssitzung am 29. September 2026 streben wir die Annahme unseres Angebots an." Also nur einen Tag später.

"Insbesondere ehrenamtlich arbeitende Stadträte brauchen für so weitreichende Entscheidungen die Möglichkeit, sich zu informieren", betont Gebhardt und mahnt zu größter Skepsis. Es liege nahe, dass nach der Privatisierung des Skigebiets im vergangenen Jahr nun ein Teil der Risiken wieder auf die Stadt abgewälzt werden solle.

"Ich halte es nach wie vor für unverantwortlich, sich in die Abhängigkeit von einer einzigen Familie zu begeben", erklärt der Linke-Abgeordnete: "Der höchste Berg gehört nicht in private Hände, sondern ins Eigentum des Freistaates!"

Bei der Modernisierung geht es zunächst um den Bau eines neuen Lifts samt Beschneiungsanlage und Speichersee. Dafür ist von einem zweistelligen Millionenbetrag die Rede. Der Investor, der vor einem Jahr die bis dahin kommunale FSB Fichtelberg Schwebebahn GmbH erworben hatte, dringt dazu auf eine gemeinsame Trägergesellschaft mit der Stadt Oberwiesenthal.

Wie positioniert sich Oberwiesenthals Bürgermeister?

Die Übergabe der Unterlagen zum Aktionsplan war vorab offensichtlich nicht mit der Stadt abgestimmt - daher fehlte Oberwiesenthals Bürgermeister Jens Benedict bei dem Termin.

Er selbst äußert sich auf Anfrage nicht näher zu einer möglichen gemeinsamen Trägergesellschaft mit der privaten Liftgesellschaft Oberwiesenthal. Mitte des Monats habe es ein Gespräch zwischen ihm und Investor Rainer Gläß gegeben, informiert er per E-Mail. Dabei sei vereinbart worden, "vorerst keine Presseanfragen zu diesem sensiblen Thema "Trägergesellschaft" zu beantworten bzw. öffentliche Statements dazu abzugeben". Weiter erklärt Benedict: "Durch ein Anwaltsschreiben an meine Person vom 18.09.26 wurde mir dies nochmals verdeutlicht."

Quelle: dpa

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