Mecklenburg-VorpommernAngeblicher Arzt erschwindelt von Frau 150.000 Euro

Über Monate wächst das Vertrauen – und die Summe der Überweisungen. Eine 65-Jährige aus Vorpommern-Greifswald fällt auf einen "Liebesbetrüger" herein.
Vorpommern-Greifswald (dpa/mv) - Eine 65-Jährige aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald ist durch sogenanntes Love Scamming um rund 150.000 Euro betrogen worden. Die Frau erstattete nach Angaben der Polizei Anzeige. Der unbekannte Täter hatte die Frau im März 2025 über ein soziales Netzwerk kontaktiert. Einen Monat später verlagerte sich der Kontakt auf einen Messenger-Dienst. Der Mann gab sich den Angaben zufolge als US-amerikanischer Arzt aus, der als UNO-Mitarbeiter auf dem Schiff einer Ölfirma tätig sei.
Im weiteren Verlauf täuschte der Mann eine Notlage vor. Wegen einer angeblichen Scheidung seien seine Konten eingefroren worden und er müsse das Schiff verlassen. Für seine Rückreise in die USA benötige er dringend Geld, das er zurückzahlen werde. Die Frau überwies daraufhin einen Geldbetrag.
Plötzlicher Kontaktabbruch
In den folgenden Monaten forderte der Unbekannte unter verschiedenen Vorwänden weitere Zahlungen. Um das Vertrauen der Frau zu gewinnen, schickte er ihr laut Polizei Fotos und Videos, die seine Angaben untermauern sollten. Schließlich kündigte er ein Paket mit einem Barscheck an. Statt des Pakets erhielt die Frau später E-Mails mit angeblichen Zollforderungen und weiteren Zahlungsaufforderungen. Insgesamt überwies sie rund 150.000 Euro.
Im August 2026 brach der Kontakt zu dem Betrüger plötzlich ab. Die Polizei warnt vor sogenannten Love-Scamming-Fällen, bei denen Täter über soziale Netzwerke oder Partnerbörsen zunächst eine emotionale Beziehung aufbauen und anschließend Geld unter dem Vorwand angeblicher Notlagen fordern. Sie rät, niemals Geld an Menschen zu überweisen, die man ausschließlich aus dem Internet kennt, und sich bei finanziellen Forderungen an Angehörige oder Freunde zu wenden.