Nordrhein-WestfalenNeue Spur zum Sendschwert - Münster hofft auf Rückkehr

Seit 26 Jahren fehlt das mehr als 400 Jahre alte Original am Historischen Rathaus in Münster. Nun gibt es einen Hinweis aus der Bevölkerung – doch die Stadt hält sich bedeckt.
Münster (dpa/lnw) - Ein seit 26 Jahren verschwundenes Original und die dazugehörige Geschichte beschäftigt erneut die Stadtgesellschaft in Münster. Dreimal im Jahr ist das Volksfest Send in Münster. Vor dem Schloss stehen dann Karussells, ein Riesenrad und viele Essbuden. Dreimal im Jahr zeigt ein am Historischen Rathaus hängendes Schwert an, dass gerade Send ist. Und zwar im Frühjahr, im Sommer und im Herbst. Es trägt wegen der historischen Vorgeschichte den Namen Sendschwert.
Es steht dafür, dass während des Volksfestes, das ganz früher eine Synode und später ein Markt war, der sogenannte Marktfriede herrschen soll. Hing das Schwert am Rathaus, durfte dieser nicht gebrochen werden. So wurde Blutvergießen während dieser Zeit mit dem Tode bestraft, wie die Historiker der Stadt erklären.
Im Jahr 2000 aber schlugen bislang unbekannte Täter zu und holten in der Dunkelheit das über 400 Jahre alte Schwert aus der Halterung.
Seit 26 Jahren rätselt Münster, was aus dem seit 2000 verschwundenen historischen Objekt geworden ist. Nach einem Bericht der "Westfälischen Nachrichten" gibt es eine neue Spur. Ein Stadtsprecher berichtet kurz angebunden, ja, es gebe zum möglichen Verbleib des gestohlenen Sendschwertes einen neuen Hinweis aus der Bevölkerung. "Nähere Angaben können erst nach der Überprüfung gemacht werden", teilt die Stadt-Pressestelle mit.
Nach Informationen der "Westfälischen Nachrichten" habe sich eine Frau bei der Stadt gemeldet, die wisse, wo das Schwert sei. Die Stadt halte sich zurück, um die aktuellen Bemühungen um die Rückkehr nicht zu gefährden.
Belohnung von 1.000 Euro ausgesetzt
Auch der Schaustellerverband will das Original endlich wieder zurück. Seit dem Frühjahr 2001 hängt eine Rekonstruktion der 114 Zentimeter langen Klinge am Historischen Rathaus auf dem Prinzipalmarkt. Die Schausteller haben vor Jahren als Belohnung 1.000 Euro und einen Bummelpass versprochen. Und da der Diebstahl verjährt ist, könnte dieses Sümmchen ein schönes Lockmittel sein.
Die Gerüchteküche brodelte in den vergangenen 26 Jahren immer wieder. Spektakulär hieß es einmal, das Schwert sei im Besitz der Fans von Rot-Weiß Essen, die den Fans von Preußen Münster wenig freundschaftlich verbunden sind.