HessenArbeiten an evakuiertem Hochhaus vor Abschluss

Seit Monaten steht ein wegen Sicherheitsmängeln evakuiertes Hochhaus leer. Jetzt gibt es Licht am Horizont.
Babenhausen (dpa/lhe) - Über ein Jahr nach der Evakuierung eines Hochhauses im südhessischen Babenhausen rückt ein möglicher Wiedereinzug in greifbare Nähe. "Alle notwendigen Sanierungen sind abgeschlossen beziehungsweise in enger Abstimmung mit der unteren Bauaufsicht in Fertigstellung", teilte Holger Gröning von der Wohnungseigentümergemeinschaft mit.
Bei einer Begehung habe man sich einen "ersten positiven Eindruck" verschafft, sagte Gröning. Die Wasserversorgung sei wie geplant wieder aktiviert worden. Eine offizielle Abnahme der umgesetzten Maßnahmen solle am Montag (2. November) folgen. Dabei geht es nach Angaben eines Sprechers des Landkreises Darmstadt-Dieburg unter anderem um den Brandschutz sowie um eine Abnahme der Sicherungsmaßnahmen an der Fassade mit Gerüsten.
Vor über einem Jahr geräumt
Das Hochhaus war Anfang Juni vergangenen Jahres geräumt worden, nachdem ein Teil der Fassade eingestürzt war. Verletzt wurde dabei niemand. Anfangs war von Reparaturarbeiten von zwei bis drei Wochen ausgegangen worden. Dann kamen immer neue Hiobsbotschaften hinzu. Die Statik und die Befestigung aller Fenster mussten in dem Gebäude überprüft werden. Es wurden Brandschutzmaßnahmen im Gebäude nötig. Vorübergehend mussten laufende Arbeiten an dem elfstöckigen Haus aus Sicherheitsgründen eingestellt werden.
Genauer Termin steht noch nicht fest
Von der Evakuierung waren 187 Bewohner betroffen. Vorübergehend mussten Menschen in einer Notunterkunft in der Stadthalle übernachten. Nach und nach fanden alle eine Bleibe. "Ein genauer Termin für den Wiederbezug kann noch nicht benannt werden, da bei der Inbetriebnahme der Wasserversorgung das Risiko von Wasserschäden besteht. Zudem müssen die umgesetzten Maßnahmen für eine endgültige Freigabe der Liegenschaft anschließend noch von der unteren Bauaufsicht bewertet werden", hatte Gröning mitgeteilt.
"Nach einer positiven Abnahme stünde aus baurechtlicher Sicht einem Wiedereinzug nichts mehr im Wege", hieß es auch beim baurechtlich zuständigen Kreis Darmstadt-Dieburg.
Noch keine neue Fassade
Die Gerüste an der Außenfassade waren von der Bauaufsicht des Landkreises vorgeschrieben worden, um vor eventuell weiter herabfallenden Fassadenteilen zu schützen. Die Gerüste seien natürlich noch nicht der "Endausbau", sondern nur eine Interimslösung, bis wieder eine neue Fassade aufgebracht sei. "Für eine neue Fassade wurde aber noch kein Bauantrag gestellt", hieß es beim Kreis.
Die Wohnungseigentümergemeinschaft habe die Pumpen für die Löschwasserversorgung in beiden Gebäuden instand gesetzt und ertüchtigt. Der TÜV habe sie auch bereits abgenommen. Für einen Wiederbezug sei unter anderem auch der Blitzschutz ertüchtigt worden.