SachsenLichte Weihnachtsbäume sorgen für Spott

Geknickte Äste oder fehlende Spitze: Nicht das erste Mal sorgen Weihnachtsbäume in Sachsen für Schlagzeilen. Kritik gibt es auch in diesem Jahr an den Exemplaren in Dresden und Leipzig.
Dresden/Leipzig (dpa/sn) - Noch wenige Wochen, dann ist Weihnachten – und in Sachsens Städten laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. So werden derzeit vielerorts die Weihnachtsbäume in den Innenstädten aufgestellt und geschmückt. Nicht überall sorgt das allerdings für ungetrübte Vorfreude. So bemängeln etwa Passanten in Dresden, dass dem diesjährigen Baum für den berühmten Striezelmarkt eine richtige Spitze fehlt. Erst am Wochenende wurde die 23 Meter hohe Nordmanntanne auf dem Altmarkt aufgestellt.
Der Baum sehe irgendwie aus wie ein "Bonsaibäumchen, nicht wie ein Weihnachtsbaum", findet Passantin Birgit. Ihre Begleiterin Karla sieht das ähnlich: "Weihnachtsbaum ohne Spitze ist kein Weihnachtsbaum." Auch der Stern könne daran nichts mehr ändern, meint Birgit: "Der holt das dann auch nicht mehr raus."
Jede Fichte hat ein Gesicht
Thomas sieht das gelassener. Jede Ficht' habe ihr Gesicht, sagt der 86-jährige Dresdner. Der Baum sei durchaus hübsch. Lediglich der Stern müsse noch etwas besser an die Größe des Baumes angepasst werden. David Rost wiederum kann die Aufregung nicht nachvollziehen: "Es ist halt ein Weihnachtsbaum. Da wird immer so ein Riesending drum gemacht."
Die diesjährige Striezelmarkt-Tanne stammt von einem Privatgrundstück im Pirnaer Ortsteil Neundorf. Beim Transport habe der Baum allerdings einige Äste eingebüßt, räumte die Stadt Dresden ein. "Die Baumseite, die im Rahmen des Transports direkt auf dem Tieflader lag, wies einen Verlust von wenigen Ästen auf. Das war logistisch leider nicht zu vermeiden. Die betroffenen Stellen wurden bereits professionell ausgebessert", teilte die Stadt mit. Dafür seien neue Äste am Baum angebracht worden.
Am 25. November wird der Markt eröffnet. Dann soll auch die Striezelmarkt-Tanne funkeln - die 2.160 Meter lange LED-Lichterkette ist mit rund 260.000 Lichtpunkten ausgestattet. An der Spitze leuchtet ein weithin sichtbarer Herrnhuter Stern.
Ein Ast beim Fällen für Leipziger Markt eingeknickt
Auch beim Weihnachtsbaum in Leipzig gab es schon zu Beginn der Woche Kritik an der Optik. Dieser kommt in diesem Jahr erstmals aus dem Sauerland. Ein Ast sei schon beim Fällen des Baumes "eingeknickt", sagte Walter Ebert, Leiter des Marktamtes Leipzig. Dabei berief sich Ebert auf das Transportunternehmen, das den Baum auch gefällt hat.
Von einem Schaden wollte Ebert angesichts eines einzelnen Astes aber gar nicht erst sprechen. Die Reparatur sei mittels zweier Drähte sofort erfolgt und kein Problem gewesen. "Mittlerweile sehen Sie nichts mehr", sagte Ebert. Derzeit werde der Baum mit je 300 roten und 300 goldenen Kugeln sowie 3.000 LED-Lichtern geschmückt.
Weihnachtsbäume sorgen immer wieder für Gesprächsstoff
Immer wieder sorgen Weihnachtsbäume für Gesprächsstoff: Vor vier Jahren hatte ein recht kahler Weihnachtsbaum vor der Dresdner Frauenkirche für Aufregung gesorgt. In den Sozialen Medien wurde der Baum mit Spott überzogen und als "Schandfichte" bezeichnet oder vermutet, dass es sich um einen recycelten Baum aus dem Vorjahr handelt. Dabei hatten sich die Veranstalter bewusst für regionale Bäume entschieden - damals waren viele Bäume im Freistaat teils durch Trockenheit und nach Waldbränden beschädigt.
Eine lichte Fichte zum Fest hatte vor einigen Jahren auch Thüringen in die Schlagzeilen gebracht: 2018 hatte eine wie gerupft wirkende Rotfichte als Weihnachtsbaum für Thüringens größten Weihnachtsmarkt in Erfurt zu Spott, aber auch Anerkennung geführt. Der Baum erhielt den Spitznamen "Rupfi". Von Anfang an hatte es für den sehr lichten Baum auch Liebeserklärungen gegeben, viele ließen sich vor dem Baum fotografieren.