SachsenOrtsumgehung Pirna: Brückenmängel im März entdeckt

Bei der Prüfung vor der geplanten Inbetriebnahme der Gottleubatalbrücke in Pirna fielen im März Schäden an den Verbindungen zu den Pfeilern auf. Was die Untersuchung ergab und wie es nun weitergeht.
Pirna (dpa/sn) - Die Baumängel an der Gottleubatalbrücke, die Teil der Ortsumgehung in Pirna werden soll, sind bei einer Prüfung im März entdeckt worden. Bei der standardmäßigen Begutachtung, bevor die Brücke in Betrieb gehen sollte, seien Schäden an den sogenannten Vouten aufgefallen, die die Brücke mit den Pfeilern verbinden, sagte Holger Behrmann, Bereichsleiter der zuständigen Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) bei einem Termin vor Ort.
Beim Betonieren seien Reste der Schalung, also der Gussform, in den Beton gekommen. "Das hat zu Hohlstellen innerhalb des Betons geführt, aber eben auch zum Verbleib dieser Schalungsreste dort. Die müssen raus", erläuterte Behrmann. An vier von fünf Vouten sei das der Fall.
Baufirma muss für Kosten aufkommen
Der Fehler liegt bei der ausführenden Baufirma, die nun auch für die Behebung der Mängel und die damit verbundenen Kosten aufkommen muss. Das Konzept für die Sanierung ist laut Behrmann in Arbeit. Das Bundesverkehrsministerium und der Freistaat Sachsen müssen diesem zustimmen, bevor es umgesetzt werden kann.
Vorgesehen ist, Beton in die Hohlräume zu pumpen, um diese zu verschließen. "Nach Abschluss der Sanierung gehen wir davon aus, dass das Bauwerk hundertprozentig in dem Zustand ist, wie es ursprünglich geplant war", versicherte Behrmann.
Fertigstellung voraussichtlich 2027
Die Arbeiten könnten noch in diesem Jahr beginnen, müssen allerdings im Winter pausieren, wie Behrmann erläuterte. "Wir sind extrem witterungsabhängig, weil natürlich der Beton nicht einfrieren darf." Mit einer Fertigstellung ist 2027 zu rechnen, einen konkreten Termin will die Deges nach dem Winter benennen.
Großprojekt wegen Kostensteigerungen und Verzögerungen in Kritik
Die Mängel an der Gottleubatalbrücke waren durch eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage im Bundestag bekanntgeworden. Die Brücke ist wie der Kohlbergtunnel Teil der künftigen Ortsumgehung Pirna, die die Stadt vom Durchgangsverkehr entlasten soll.
Das Bauvorhaben stand bereits wegen erheblicher Kostensteigerungen in der Kritik. Während die Kostenschätzung 2017 noch bei 96,6 Millionen Euro lag, belief sich die Kostenberechnung 2025 laut Bundesregierung auf 288,4 Millionen Euro. Zudem verzögerte sich die Fertigstellung mehrfach. Ursprünglich war der Abschluss für 2022 geplant.